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Grundriss des deutschen Genossenschaftswesens
Entstehung
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Gesellen Beschäftigung, welche, mit kümmerlichem Lohn abgefunden,am Gewinn des Geschäfts keinen Teil haben. Auch hiergegen istwirkliche und nachhaltige Abhilfe nicht durch Verbotsgesetze, welchestets umgangen werden, sondern nur dadurch möglich, daß die be-treffenden Gewerksgenossen durch Assoziierung ihren Verkehr soausbreiten, daß ihnen die Errichtung von solchen Magazinen eben-falls gelingt."

Auch in dem Buch: „Die arbeitenden Klassen und das Asso-ziationswesen in Deutschland" erblickt Schulze „in der zweitenKlasse der Assoziation, der eigentlich gewerblichen oder produk-tiven, den Gipfelpunkt des Systems". Er fühlt sich aber doch hierschon veranlaßt, eine Verwahrung einzulegen, indem er gegen dasMißverständnis protestiert, als gehe seine Meinung dahin, „daß künftigdie Assoziation die allein herrschende industrielle Betriebsform zuwerden bestimmt sei". Und er tritt dem weiteren Mißverständnisentgegen, „daß sich die Assoziation auf Arbeiter oder Handwerkergewisser Gewerbszweige beschränken müsse". Vielmehr hält er es imInteresse aller für wünschenswert, daß sich bei der Gründung Leuteaus allen Fächern beteiligen, daß Kapitalisten, Kaufleute, Technikerund eigentliche Arbeiter gleich von Haus aus zusammentreten und sodie verschiedene Vorbildung und Begabung, ja selbst einen Teil dermateriellen Mittel mitbringen, welche zu einem schwunghaften An-griff der Sache so förderlich sind. Schulze setzt sich in bewußtenGegensatz zu den französischen Produktivgenossenschaflen. Ernimmt Stellung gegen den dem französischen Volk eigentümlichenRuf nach Schutz und Hilfe des Staates. „Sozialismus von oben,statt von unten" führt Schulze aus, „ist im Prinzip ebenso verwerflich,in seinen Wirkungen ebenso verderblich und obenein weit gehässigerdurch den Zwang, welchen er gegen die Beteiligten übt." „Daskann man sich bei näherem Hinblick wohl kaum verhehlen, daßsich der Zwiespalt der großen Prinzipien, welche unter den gebil-deten Völkern der Neuzeit um die Herrschaft streiten, des Roma-nischen und Germanischen, auch in Auffassung und Handhabungder sozialen Frage kundgibt. Auf der einen Seite kirchliche oderstaatliche Zentralisation, jede selbständige Regung der Massenüberwacht und verpönt, alles von oben geregelt, alles, mit Ertötungjedes individuellen Unterschiedes, in einem wohldressierten hierar-chischen oder bureaukratischen Mechanismus eingezwängt."

Das war das Bild, das sich noch im Jahre 1858 bot. Nicht dasGenossenschaftswesen gibt dem wirtschaftlichen Leben die Rich-tung, sondern das Umgekehrte ist der Fall. Kirchliche und staatlicheZentralisation haben auch bei den Germanen eine große Bedeutung