Zwanzigster Abschnitt.331vlein dem ungerechten Urtheile widersezte, welches ihr„über die zehn Befehlshaber fälltet, welche die Leichna-„me der in dem Seetreffen bei den Inseln Arginussae„Getödteten und Ertrunkenen nicht aufgenommen und„begraben hatten, und da ich mich bei mehr als einer„Gelegenheit den grausamen und gewaltsamen Befehlenoder dreisig Tyrannen widersezte. Aber was hielt mich„denn ab, in eure Versammlungen zu kommen? Nichtsvanders als jener Dämon, jene göttliche Stimme, de-„ren ihr mich so oft erwähnen gehört habt, und welche„Melitus so sehr bemüht gewesen ist, lächerlich zu ma-schen. Dieser Geist hat mich von meiner Kindheit anvimmer begleitet, aber ich höre seine Stimme nie, als„wenn er mich verhindern will, etwas zu thun, was ich„beschlossen habe; denn nie ermahnt er mich, irgendvctwas zu unternehmen. Dieser Geist hat sich mir immer„widersezt, wenn ich mich in die Angelegenheiten der„Republik mengen wollte, und das mit größtem Grun-„de; denn ich würde schon längst ein todter Mann„seyn, hätte ich mich der Staatsgeschäfte angenommen,„ohne doch irgend etwas, weder mir selbst noch unserm„Vaterlande zum Besten, auszurichten. Nehmt mirsnicht übel, ich bitte euch, wenn ich ohne Zurükhal-„tung, mit Wahrheit und freimüthig sage, Jeder, der„sich edelmüthigerweise einem ganzen Volke, es seyphier bei uns oder anderswo, widersetzen, und sichs„zur unverbrüchlichen Pflicht machen wollte, keine Ver-»letzung der Gesetze, keine Verübung von Ungerechtig-verkeiten in der Regierung zu dulden, würde gewiß nieplange ungestraft davon kommen. Es ist also schlech-„terdings nothwendig für jeden Freund der Gerechtig-„keit, wenn er sein Leben irgend lieb hat, immer im„Privatstande zu bleiben, und nie an öffentlichen Ge-„schäften den geringsten Antheil zu nehmen.„Im übrigen, Athener, wenn ich bei der großen»Gefahr, in welcher ich jezt schwebe, das Verhalten„der-
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