Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
197
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Siebenzehnter Abschnitt.107dem Kriege gefallen waren. Sie brachten die Leich-name in Särgen von Cypressenholz in feierlichem Zu-ge der Verwandten und Freunde der Verstorbenennach dem Ceramicus, einem vor dem Thore Dipylongelegenen Platze; Perikles hielt ihnen eine Leichenrede,die uns der Geschichtschreiber Tucydides aufbewahrthat, und die ein Beweis seiner Beredsamkeit undDankbarkeit ist. Aber hiebei beschränkte sich derStaat nicht; es ward eine Summe Geldes zur Un-terstüzung der Wittwen und Waisen der in dem Krie-ge Gebliebenen ausgesezt; die lebenden Krieger erhiel-ten Belohnungen, als würdigen Preis ihrer Thaten.Siebenzehnter Abschnitt.Der peloponnesische Krieg; Fortsetzung.Die Pest in Athen. Tod des Perikles.Mit Anfang des folgenden Sommers erneuerten dieVerbündeten die Feindseligkeiten, und überfielen aber-mal das Gebiet von Attica. Aber jezt brach einefurchtbare Pest in Athen aus; schreklicher als jede an-dere, deren die alte Geschichte erwähnt. Sie war inAethiopien entstanden, hatte sich von da über Aegyp-ten, Libien und Persien verbreitet, und war sehr wahr-scheinlich durch ein Handelsschiff in den Piräus ge-kommen. Die Athener glaubten Anfangs, die Feindehätten die Wasserleitungen vergiftet, aber bald verlo-ren sie diesen Wahn, denn die am meisten bevölkerteGegend der Stadt wurde von dieser tödlichen Seucheergriffen, die allen Bemühungen der Kunst trozte.Die stärksten Leibesbeschaffenheiten waren nicht im Stan-de, ihre Angriffe auszuhalten, keine Geschiklichkeit konnteder schreklichsten Ansteckung vorbauen, kein Arzneimittelsie verjagen. Den Augenblik, da ein Mensch von ihrer-