294Geschichte der Griechen,Neunzehnter Abschnitt.Die Regierung der dreisig Tyrannen. Toddes Alcibiades. Thrasybulus vertreibtdie Tyrannen und befreit Athen. Cyrus,der jüngere, zieht gegen seinen Bruder,den König Artaxerxes von Persien, in derAbsicht, sich des Thrones zu bemächtigen.Er wird von Sparta unterstüzt. Schlachtbei Kynaxa. Tod des Cyrus. Xenophonrettet die Ueberbleibsel des griechischenHeeres. Sein Rükzug aus Persien.Der Fall von Athen hatte zur ersten und unmittel-baren Folge eine gänzliche Umwandlung in der Ver-fassung der Städte, die ihm entweder unterwürfigoder doch unter dem Namen der Bundesgenossen vonihm abhängig waren. Nachdem Lysander die InselSamos, die einzige noch übrige Eroberung, seinenWaffen unterworfen hatte, sezte er in allen StädtenObrigkeiten ein, die aus den Anhängern von Spartabestunden, und die unter dem Vorsitze eines spartischenBefehlshabers die öffentlichen Angelegenheiten leiteten.Diese Menschen übten die ihnen übertragene Gewaltmit allem Stolze, der gewöhnlich den Sieg begleitet.Sie beraubten und mißhandelten ihre Untergebenenmit fühlloser Härte; und bald sahen diese unglükli-chen Gemeinden, daß das Joch der Perſer und dieHerrschaft Athens weit erträglicher waren, als diefinstere Politik von Sparta, die unter der heuchleri-schen Maske strenger Tugend, unersättliche Raubsuchtund die empörendste Grausamkeit barg. Die Athenerwaren nicht frei von dem Vorwurfe der Grausamkeitgegen bewaffnete Feinde, wie wir bei der Eroberungvon Melos und anderer Städte gesehen haben, aberunsere innersten Gefühle werden von Abscheu durch-drun-
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