Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

Dritter Abschnitt.15Dritter Abschnitt.Kurze Uebersicht des heroischen Zeitaltersder Griechen. Die Orakel und ihr Einfluß.Die Olympischen Spiele.Die Kenntniß des herdischen Zeitalters der Griechen, dasmit dem Tode des Kodrus schließt, ist so unvollkommen,wie die Geschichte der Kindheit eines jeden Volkes ihrer Naturnach seyn muß. Wir verdanken sie hauptsächlich den Dich-tern, die bei festlichen Gelegenheiten die Thaten der gegen-wärtigen und der verstorbenen Helden besangen. IhrePhantasie schmükte die Ereignisse mit Wundern; unmittel-bare Hilfe einer den Helden günstigen Gottheit, konnte al-lein solche über die Kräfte der menschlichen Natur erha-bene Thaten veranlassen, und während sie die Glückselig-keit verstorbener Helden im Kreise der Götter, priesen, nähr-ten sie die Hoffnung der Lebenden auf gleichen Schuz beiihren Unternehmungen, und auf ähnlichen Lohn nach demTode. Indem die Dichtkunst das Lob der Tugend besang,und dagegen das Laster den Furien und Erinnyen (den Ge-wissensbissen) in dem Leben Preis gab, und es nach demTode in den Orkus warf, ward sie zugleich Lehrerin derReligion, und es ist sehr wahrscheinlich, daß die Dichter derGriechen auch als Priester den Dienst der Götter verrich-teten, wie die Druiden und Barden bei den alten Deut-schen.Die Helden, die uns Homer beschreibt, waren hoch-herzige Menschen, empfänglich für die Gefühle des Rechts,voll Betrauen auf ihre Stärke, muthig und furchtlos, ehr-geizig und von Ehrfurcht gegen die Götter durchdrungen;sie ehrten das Alter und waren gastfrey, selbst gegen Fein-de; wer sich an ihrem Heerde niederlies, ward nicht umStand und Namen gefragt, bis er durch Bäder, Speiseund Trank gelabt war; fest und unerschütterlich war ihreFreundschaft, aber sie waren unversöhnlich gegen ihre Fein-