Geschichte der Griechen,98den damaligen Zeiten war eine solche Belohnung wichti-ger, als Kronen oder Bildsäulen, die in der Folge inAthen oft mehr durch Furcht erpreßt, als verdient waren.Eilfter Abschnitt.Aristides und Themistokles. Der zweitepersische Krieg. Zurüstungen zu dem neuenFeldzug, durch den Tod des Darius unter-brochen. Feldzug des Xerxes.Nach dem Tode des Miltiades traten zwey Männeran die Spitze der öffentlichen Angelegenheiten in Athen;beide beseelt von heißer Liebe zum Vaterlande, beide inhohem Grade ehrgeizig, aber der eine verband mit sei-nem Ehrgeiz die reinste Moralität, während der anderejedes Mittel zur Erreichung seines Zwekes ergriff.Zwey solche Nebenbuhler, mit unvergleichbarer Tapfer-keit und Klugheit begabt, an der Spize der Staats-verwaltung mußten ihr Vaterland auf den höchstenPunkt der Macht und des Ruhmes erheben. Aristi-des und Themistocles waren diese Männer, beide ausedlen Geschlechtern entsprungen, doch nicht von könig-lichem Stamme, wie Solon, Pisistratus, Klisthenes undMiltiades.Aristides zog dem Vergnügen den Ruhm vor, abersein persönlicher Ehrgeiz war dem Wohl des Vaterlan-des untergeordnet; die Gebote der Menschlichkeit undder strengsten Tugend überwogen bei ihm selbst dasWohl des Vaterlandes. Wenig bekümmert um äussernGlanz, zog Aristides die innere Belohnung, die nurdas Bewußtseyn gewährt, jedem andern Lohne vor.Er strebte mehr dahin, die Bewunderung seiner Mit-bürger zu verdienen, als sie zu erwerben; er erhieltden
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