Geschichte der Griechen.342des unschuldigen Blutes, das durch ihre Schuld vergos-sen war. Melitus wurde zum Tod verdammt. Plutarcherzählt, daß alle, die an dieser schwarzen Verläumdungeinigen Antheil gehabt, so sehr von allen Bürgern ver-abscheuet worden, daß keiner ihnen Feuer geben, ihnenauf eine Frage antworten, oder in ein Bad mit ih-nen gehen wollen, ohne vorher den Ort, wo sie sichgebadet, reinigen zu lassen, um sich nicht durch Be-rührung desselben zu beflecken, welches sie dann insolche Verzweiflung gestürzt, daß viele derselben sichums Leben gebracht.Sokrates hat keine Schriften hinterlassen. AberXenophon, einer seiner eifrigsten Schüler, hat dieDenkwürdigkeiten aus dem Leben dieses Weisen aufge-zeichnet, und Plato hat uns mit dem Geiste der Phi-losophie desselben bekannt gemacht. Von dem TheberCebes haben wir ein treffliches, mit richtiger Urtheils-kraft entworfenes Gemälde des menschlichen Lebens,und Aeschines, der mit dem über funfzig Jahre spä-ter blühenden Redner nicht zu verwechseln ist, hat dreiGespräche hinterlassen; man hält sie jedoch eben sowie das Gemälde des Cebes für Werke späteren Ur-sprungs. Die Lehren des Soktates sind in kein Sy-stem gebracht, aber sie sind der Kern der wahren Le-bensweisheit, und wer sie befolgt, wird nie abweichenvon der Bahn des Rechts und der Tugend.Ende des ersten Bandes.
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