24Geſchichte der Griechen,aufhörte, war für die durch unaufhörliche Fehden be-unruhigte Menschheit ein Zeitpunkt der Erholung.Vierter Abschnitt.Lykurg und seine Gesezgebung. Einfluß der-selben auf den Charakter des Volkesund auf die benachbarten Staaten.Griechenland bot bis zu dem Zeitalter des Lykurg (imachten Jahrh. vor Chr. Geb.) ein finsteres Gemäldeinnerlicher Zerrüttung dar. Die Wanderungen derverschiedenen Stämme gaben zwar hiezu größtentheilsdie Veranlassung oder waren derselben Folge, aber auchdie kleinen Staaten, in die das Land getheilt war,nährten, obschon vereinigt durch gleiche Abkunft, Re-ligion, Sprache und Sitten, dennoch den Keim zuewigem Haß, der, selten ruhend aus Erschöpfung, oftdesto grimmiger ausbrach, meistens unter den Nach-barn. Geschriebene Geseze, die feste Richtschnur derVölker, waren noch nicht bekannt, Herkommen undGebräuche waren das ſchwankende Band zwiſchen Re-genten und Regierten. Eroberungssucht war damals,so wie in allen folgenden Zeitaltern, die herrschendeLeidenschaft, das Beispiel der Staaten unter sich wirk-te auf ihre Bürger; Reichthum und Ehrgeiz erzeugtenUnterdrückung und Armuth; so war fast jeder Staatund jede Stadt in einem traurigen Zustande der Zer-rüttung.Unter diesen Umständen übernahm Lykurg, ausdem königlichen Stamme der Herakliden, nach demTode des Polydectes seines Bruders den Thron vonSparta. Polydectes Gemahlin war schwanger. Ly-kurg legte sogleich die Krone nieder, und nahm denTitel eines Protectors an. Als die Königin einenSohn geboren hatte, nahm Lykurg das Kind zu sich,zeigte
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