Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
329
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320Zwanzigster Abschnitt.oden der erstern, noch die Laster der leztern, zu de-nen ich nichts beigetragen habe, mir zurechnen.Mein ganzes Geschäft ist, daß ich Jung und Alt zuobereden suche, ihren Körper nicht zu sehr zu lieben, nicht zubegierig nach Reichthümern und andern nichtswürdigen»Dingen, von was Art sie seyn mögen, zu trachten,und ihre Seele, welche allein der Gegenstand ihrerNeigungen seyn sollte, nicht zur sehr zu vernachläßigen.Denn ich sage ihnen unaufhörlich, daß Tugend nichtaus Reichthum, sondern im Gegentheile Reichthumhaus Tugend entspringe, und daß alle andern Güterꝺdes menſchlichen Lebens, ſowohl oͤffentliche als be-sondere, aus dieser einzigen Quelle sich ergießen.Wenn so reden die Jugend verführen heißt,so gestehe ich, Athener, daß ich schuldig bin,vund gestraft zu werden verdiene. Ist es nichtWahrheit, was ich sage, so ist es sehr leicht, michoder Lüge zu überführen. Ich sehe hier eine Mengevmeiner Schüler; sie dürfen nur auftreten. Dochvielleicht hält ihre Zuneigung und Achtung gegenvihren Lehrer sie zurück, sich gegen mich zu erklären,Nun so werden doch wenigstens ihre Väter, Brüderund Vettern, als rechtschaffene Angehörige und Bür-ger nicht umhin können, aufzutreten und Rache zu forderngegen den Verführer ihrer Söhne, Brüder und Neffen.»Aber gerade eben diese sind es, die meine Vertheidi-ogung auf sich nehmen, und nichts eifriger wünschen,vals einen glücklichen Ausgang meiner Sache.Entscheidet über mich, Athener, wie es euch be-vliebt; meine Aufführung kann ich weder bereuen nochvändern; ich darf einen Beruf nicht verlassen odervnur unterbrechen, welchen Gott selbst mir zurPflicht gemacht hat. Nun hat er mir die Sorge an-vertraut, meine Mitbürger zu unterrichten. Wenn ichalso