Geschichte der Griechen,320einen Plan zu entwerfen, der, wenn er ausgeführtworden wäre, dem Heere eine verdiente Belohnungfür die Beschwerden des persischen Feldzuges gewährt,und wahrscheinlich eine Pflanzstadt geschaffen hätte,die unter den asiatischen Kolonien der Griechen in kur-zer Zeit den ersten Rang behauptet haben würde.Aber kaum war das Heer den Gefahren entgangen,die allein die Eintracht desselben zu erhalten vermog-ten, als der Geist der Uneinigkeit sich regte; die Un-tergebenen ihre Befehlshaber und diese ihre Untergebe-nen eingebildeter Verbrechen beschuldigten. XenophonsFeinde, die vielleicht sein überlegenes Feldherrntalenterwekt haben mochte, stellten den Soldaten vor, manwolle sie auf dieser Küste verlassen, und die Anlegungeiner Pflanzstadt sey ein bloßer Vorwand, um diesenPlan auszuführen. Den Einwohnern des Landes wur-de gesagt, man suche sie zu unterjochen und zu Skla-ven zu machen; so ward Xenophons Vorschlag ver-eitelt; doch hatte das. Gerücht davon die gute Wir-kung, daß die Einwohner des Landes alles möglichethaten, auf die freundschaftlichste Art ihre Abreise zubefördern, indem sie ihnen den Rath gaben, zur See nachHause zurükzukehren, welches der sicherste Weg seynwürde..Ein Heer von zehntausend Kriegern, die ihre Ta-pferkeit in so mannigfaltigen Gefahren bewährt hatten,mußte den Bewohnern der dortigen Gegend mancherleiBesorgnisse erregen. In Sinope und Heraclea ver-weilten sie mehrere Monate, um die Transportschiffezu erwarten, zu deren Herbeischaffung Cheirisophusabgegangen war. Indessen plünderten sie das Landumher und brandschazten die Städte. Cheirisophuskehrte zwar zurük, aber mit so wenigen Schiffen, daßsich das Heer nicht einschiffen konnte. Dieser Umstandund der Mangel an Sold, veranlaßten einen Aufruhr.Das
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