Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
319
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Neunzehnter Abschnitt.319zerstreute sich. Sie giengen also über den Berg undlagerten sich in Dörfern, wo sie Lebensmittel im Ue-berflusse fanden.Hier widerfuhr dem Heere ein sehr seltsamer Zu-fall, welcher es in Bestürzung sezte. Da nämlich dieSoldaten eine Menge von Bienenstöcken fanden, undden Honig aßen, wurden sie von heftigem Erbrechenund Durchlauf befallen, welcher mit Anfällen von Ra-serei begleitet war, so daß diejenigen, die sich am we-nigsten übel befanden, betrunkenen Leuten glichen, dieübrigen aber in tobender Wuth oder sehr krank waren.Die Erde war, wie nach einer Niederlage, mit ihrenKörpern bedekt; gleichwohl starb keiner von ihnen,und die Krankheit hörte den folgenden Tag wiederauf, ungefähr um eben die Stunde, in welcher siedavon befallen worden waren. Den dritten oder vier-ten Tag zogen sie weiter, aber in dem Zustande, wo-rin man nach dem Gebrauche einer heftig wirkendenArznei zu seyn pflegt.Zwei Tage hernach kam das Heer nach Trapezunt,einer griechischen Kolonie von Sinopiern am PontusEuxinus oder dem schwarzen Meere, in der ProvinzKolchis. Hier lagen die ermüdeten Krieger dreißigTage stille, und entledigten sich der Gelübde, die siedem Jupiter, dem Herkules und andern Gottheiten,um eine glükliche Rükkehr in ihr Vaterland, gebrachthatten; sie feierten auch die Spiele des Wettrennenszu Pferde und zu Fuß, des Ringens und Kämpfens,mit größter Freude und Feierlichkeit. Hier schlug ih-nen Xenophon vor, eine Kolonie zu gründen; diefruchtbaren Ufer des euxinischen Meeres, die bequemenHäfen, der Ueberfluß an allen zum Schiffbau erforder-lichen Bedürfnissen, konnten diesen, als Staatsmannund Feldherrn gleich kenntnißvollen Mann bestimmen,einen