Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
317
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Neunzehnter Abschnitt.317Heer, dessen Nachzug durch die rhodischen Schleuderer,und durch die kleine Anzahl Reiter gedekt ward, sezteungestört seinen Zug nach Larissa, an den Ufern desTigris fort. Von hier zogen sie nach einer andernwüsten Stadt, Namens Mespila, und etwa vier Mei-len von da wurden sie von Tissaphernes mit seinemganzen Heer angegriffen. Doch nach einigen kleinenGefechten wichen die Perser der überlegenen Tapfer-keit der Griechen. Nach einigen Tagen besezte Tissa-phernes eine Anhöhe, über welche der Zug der Grie-chen seine Richtung nehmen mußte; aber Xenophonvertrieb ihn aus dieser gefährlichen Stellung, undbahnte dem Heere dadurch den Weg in eine fruchtbareEbene, die zwar von Tissaphernes zum Theil verheertwar, aber dennoch den Griechen überflüssige Lebens-mittel verschaffte. So zogen sie den Tigris aufwärtsdurch Medien, dessen ehemalige Größe sich noch indem weiten Umfang verlassener Städte zeigte, bis andie Gebirge der Carduchier, ein wilder Völkerstamm,der vor nicht langer Zeit ein persisches Heer von hun-dert und zwanzigtausend Mann gänzlich vernichtethatte, der in der Folgezeit unter dem Namen Par-ther den Römern furchtbar war, und über den nochheute, wo wir ihn unter der Benennung der Curdenkennen, die Türken blos eine Namensherrschaft aus-üben. Die Hindernisse, die ein solches Volk dem Zugeder Griechen durch seine unwegsamen Gebirge entgegen-setzen konnte, waren zwar furchtbar genug, aber der Wegnach Armenien war durch dieses Land der kürzeste, unddie Griechen, die hier entweder über den reissenden Tigrisgehen, oder durch die karduchischen Gebirge ziehen muß-ten, wählten im Gefühle ihrer Unüberwindlichkeit daslezte. Die Carduchier waren zwar nicht in Bereit-schaft, die Griechen zu empfangen; sie verließen ihreDörfer und zogen in ihre Berge. Die Griechen ent-hielten sich jeder Gewaltthätigkeit, aber sie litten den-nog