Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
315
Einzelbild herunterladen
 

315Neunzehnter Abschnitt.te; daß Tapferkeit, nicht die Menge, das Glük derWaffen entscheide; und daß es vor allen Dingen noth-wendig sey, augenbliklich Feldherrn zu ernennen, weil einHeer ohne Anführer einem Körper ohne Seele gleiche.Man stellte daher gleich eine Versammlung an, wobeihundert Officiere zugegen waren; und als man denXenophon bat, seine Meinung zu sagen, führte er dieGründe weitläufiger aus, die er vorher nur leicht be-rührt hatte, und nach seinem Rathe wurden die Feld-herrn erwählt. Sie waren: Timasion an des Klear-chus, Xanthikles an des Sokrates, Kleinor an desAgis, Philesius an des Menon, und Xenophon an desProxenus Stelle.Vor Tagesanbruch versammelte sich das Heer.Die Feldherrn hielten Reden, um die Truppen auf-zumuntern; unter andern sprach Xenophon:Gefähr-»ten! der Verlust so vieler braver Männer durch nie-derträchtige Verrätherei, und unser Zustand, da wirvon unsern Freunden verlassen sind, ist sehr bedau-vernswürdig. Aber wir dürfen deswegen nicht muthlosunserm Unglücke erliegen; und wenn wir nicht siegenkönnen, so laßt uns lieber rühmlich sterben, als in dieHände grausamer Barbaren fallen, die uns ins äus-yserste Elend stürzen würden. Laßt uns eingedenk»seyn der ruhmvollen Schlachten bei Plataea, Ther-vmopylae, Salamis und so vieler andern, in welchenunsere Vorfahren, wiewohl in kleiner Zahl, die un-vermeßlichen Heere der Perser überwunden, und da-odurch den bloßen Namen der Griechen auf immerpfurchtbar gemacht haben. Ihrer unüberwindlichen»Tapferkeit haben wir die Ehre zu verdanken, daß wirvkeine andere Oberherren in der Welt erkennen, als»die Götter, von keiner andern Glükseligkeit wissen,vals welche mit Freiheit bestehen kann. Die Götter,die Rächer des Meineides und Zeugen der Verräthe-»rei