Geschichte der Griechen.314Diesem verderblichen Schlusse zufolge verfügten diefünf Oberbefehlshaber sich am nächsten Morgen in dasGezelt des persischen Satrapen. Ihre Namen warenKlearchus, Menon, Proxenus, Agis und Sokrates.Sie waren von zwanzig Unterbefehlshabern und zwei-hundert Kriegern begleitet. Klearch und die vier übri-gen Anführer wurden in das innere Gezelt des Satra-pen geführt, und von ihren Begleitern getrennt. Siewurden auf ein gegebenes Zeichen ergriffen und verhaf-tet. Ihre Begleiter wurden niedergehauen; sie selbstwurden gefesselt zu dem König geschikt, und in seiner Ge-genwart enthauptet.Unbeschreiblich war die Bestürzung der Griechenbei der Nachricht von der Hinrichtung ihrer Oberhäup-ter. Sie waren jezt beinahe fünfhundert Meilen weitvom Hause, von großen Flüssen, unermeßlichen Einö-den, und feindlichen Nationen umgeben, und wußtennicht, woher sie Lebensmittel nehmen sollten. In die-sem Zustand allgemeiner Noth konnten sie nicht darandenken, weder Nahrung zu nehmen, noch sich Ruhezu gönnen. Alle wandten jezt ihre Augen auf den Xe-nophon, einen jungen Athener, der von dem Proxenusnach Asien eingeladen war, und bisher als Freiwilligerbei dem Heere gedient hatte. Dies war derselbe Xeno-phon, der nachher als Geschichtschreiber und Philosophso berühmt wurde, und dessen Geschiklichkeit im Heerbe-fehl seiner Beredsamkeit, worin er alle seine Zeitgenossenübertraf gleich zu kommen schien. Dieser unerschrockeneund kluge Mann verfügte sich mitten in der Nacht zueinigen der griechischen Anführer, und stellte ihnen vor,daß sie keine Zeit zu verlieren hätten, daß es von deräussersten Wichtigkeit sey, den boshaften Anschlägen derFeinde zuvorzukommen; daß ſie, ſo gering ihre Anzahlauch wäre, sich doch furchtbar machen würden, wennihr Betragen Unerschrockenheit und Entschlossenheit zeig-
1#anXm###⛪7