311Neunzehnter Abschnitt.Nothwendigkeit zu unterwerfen. Da sie unter sich be-rathschlagten, was für eine Antwort sie hierauf gebensollten, fragte Proxenus die Herolde, auf was für Be-dingungen der König ihre Waffen fordre; wenn alsSieger, so stehe es in seiner Macht, sie ihnen zu neh-men; wenn aber auf einen andern Fuß, was er ihnendann dafür wiedergeben wolle? Ihn unterstüzte Xeno-phon, welcher sagte, es sey ihnen jezt nichts übrig, als ih-re Waffen und ihre Freiheit, und sie könnten unmöglichdas Eine ohne das andere behaupten. Mit gleichen Gesin-nungen erklärte Kleeschus, wenn der König gesonnen sey,Freundschaft mit ihnen zu halten, so würden sie besser imStande seyn, ihm mit ihren Waffen, als ohne dieselben zudienen; wäre er aber ihr Feind, so würden sie derselben zuihrer Vertheidigung nöthig haben. Andere sprachen etwasnachgebender; da sie dem Cyrus treu gedient hätten,sagten sie, so würden sie eben so auch dem Artaxerxesdienen, wenn er sie gebrauchen, und zu gleicher Zeitin den Besiz von Aegypten setzen wollte. Endlich ka-men sie dahin überein, daß sie da bleiben wollten, wosie jezt wären, denn sie möchten weiter vorrücken odersich zurükziehen, so würde beides das Ansehen einerKriegserklaͤrung haben.Während diesen Unterhandlungen empfiengen sievon Ariäus die Antwort, es gäbe zu viel mächtigeHerren in Persien, als daß er sich zum Besitze desThrones Hoffnung machen könne; er sey daher geson-nen, am nächsten Morgen aufzubrechen, und wenn sieLust hätten, ihn zu begleiten, so möchten sie noch indieser Nacht zu ihm stoßen. Dieß thaten sie dannauch alle, den Milthocytus, einen Thrazier, ausge-nommen, welcher mit einem Haufen von dreihundertMann und vierzig Reitern zu dem Könige übergieng.Die übrigen, nebst den Truppen des Ariäus, brachenmit Tagesanbruch auf, und sezten ihren Marsch bisSon-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten