Neunzehnter Abschnitt.307einmal mit aller Macht die Barbaren an, welche ih-ren Angriff nicht abwarteten, sondern insgesamt dieFlucht ergriffen, den Tissaphernes allein ausgenommen,welcher mit einem kleinen Theile seiner Truppen Standhielt.Cyrus sah mit Vergnügen den Feind von denGriechen geschlagen, und wurde von denen, die umihn wären, zum Könige ausgerufen; aber er überließsich nicht einer eiteln Freude, und hielt sich noch nichtfür den Sieger. Er sah, daß Artaxerxes mit seinemrechten Flügel seine linke Flanke zu umgehen suchte,und gieng daher mit seinen sechshundert Reitern gera-de auf ihn los. Er tödtete den Artagerses, der desKönigs Wache von sechstausend Mann Reitern be-fehligte, mit eigener Hand, und schlug den ganzenHaufen in die Flucht. Als er seinen Bruder erblik-te, rief er mit Augen von Wuth blitzend aus:Ich seh' ihn! und sprengte auf ihn los, nur von sei-nen vornehmsten Anführern begleitet, denn seine Trup-pen hatten ihre Glieder verlassen, um die Flüchtlingezu verfolgen.Nun ward aus dem Treffen ein Zweikampf zwi-schen dem Artaxerres und Cyrus, und man sah die bei-den Brüder, von Rache und Wuth ausser sich, gleichdem Eteocles und Polynices nur bemüht, einer dem an-dern sein Schwert ins Herz zu stoßen, und sich durchden Tod seines Nebenbuhlers des Throns zu versichern.Cyrus öffnete sich durch die Leibwache, die inSchlachtordnung vor dem Artaxerxes stand, den Weg,traf auf ihn, und tödtete sein Pferd, welches mit ihmzu Boden fiel. Er stand auf, und bestieg ein anderes,als Cyrus ihn wieder anfiel, ihm eine zweite Wundeversezte, und im Begriffe war, seine Begierde nach demU 2Throne
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