Neunzehnter Abschnitt,505märsche von da am Euphrat aufhalte. Als diese Ant-wort ihnen wieder gesagt wurde, entschlossen sie sich,wiewohl sie deutlich die Absicht des Unternehmens einsa-hen, weiter zu ziehen, und forderten nur eine Erhöhungdes Soldes. Cyrus versprach hierauf, statt eines Darikenmonatlich für jeden Soldaten, künftig anderthalb zugeben. Er that überdem alles mögliche, sich bei ih-nen beliebt zu machen. Als er unter andern erfuhr,daß zwei Offiziere von dem Heere entflohen wären,und man ihm rieth, ihnen nachsetzen zu lassen, undsie hinzurichten, erklärte er öffentlich, es sollte nievon ihm gesagt werden, daß er irgend Jemand widerWillen in seinem Dienste aufgehalten, und gab daraufBefehl, daß man ihre Frauen und Kinder, die sie beidem Heere zurükgelassen, ihnen nachschicken sollte. Einso weises und dem Scheine nach so edelmüthiges Be-tragen that erstaunliche Wirkung auf die Soldaten,und machte selbst diejenigen zu seinen treuesten Anhän-gern, die vorher geneigt gewesen waren, ihn zu ver-lassen.Indem Cyrus sich mit starken Märschen Babylonnäherte, berichtete man ihm, daß der König nicht Wil-lens sey, ihm gleich ein Treffen zu liefern, sondernbeschlossen habe, in den entlegensten Theilen von Per-sien so lange zu warten, bis alle seine Truppen sichversammelt hätten; um unterdeß seinen Feinden denWeg zu versperren, habe er in den Ebenen von Ba-bylon eine Schanze aufwerfen lassen, mit einem Gra-ben, welcher fünf Klaftern in die Breite, und drei indie Tiefe habe, und sich zwölf Parasangen oder Mei-len lang, von dem Euphrat bis an die medische Mau-er erstrecke. Zwischen dem Euphrat und dem Grabenwar aber ein Weg von zwanzig Fuß in der Breiteoffen gelassen, welchen Cyrus mit seiner ganzen Armeepassirte, nachdem er sie den Tag vorher gemustert hat-1.
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