302Geschichte der Griechen,wurde jezt in ihrer alten Verfassung hergestellt, dieGesetze in ihre vorige Kraft wieder eingesezt, die obrig-keitlichen Personen mit den gewöhnlien Ceremonienwieder erwählt, und die Demokratie diesem unglükli-chen Volke noch einmal wieder gegeben. Xenophonbemerkt, diese im Innern wüthenden Tyrannen hättenin acht Monaten eben so viele Menschen aufgerieben,als der peloponnesische Krieg in zehn Jahren.Nach dieser Wiederherstellung der athenischen An-gelegenheiten genossen die übrigen Staaten gleicherRuhe, oder hielten sich vielmehr in stiller Unterwer-fung unter Sparta, welches jezt die ungezweifelteOberherrschaft über Griechenland in Händen hatte.Allein, da es ein Grundsaz der Sparter war, daßdiese Oberherrschaft nicht anders, als durch eine be-ständig fortgesezte Thätigkeit erhalten werden könne,so suchten sie immer neue Gelegenheit zum Kriege.Sie hatten hauptsächlich durch die Hülfe des persischenGeldes, das ihnen der jüngere Cyrus, der Bruderdes Königs Artaxerres Mnemon, mit freigebiger Handspendete, den peloponnesischen Krieg geendigt. Jeztunterstüzten sie diesen Fürsten in seiner Absicht, seinenBruder des Thrones von Persien zu berauben. Cy-rus war der jüngere Sohn des Darius Nothus; seineMutter Parysatis übte eine fast unumschränkte Machtüber den alten König; ihre Vorliebe für den jüngstenihrer Söhne vermochte sie, den Vater zur Ernennungdesselben zum Throne von Persien zu bereden. DerVorwand war, daß ihr älterer Sohn Artaxerxes geborenwar, ehe sein Vater den Thron bestiegen hatte, Cyrusaber während seiner Regierung. Darius Hysdaspeshatte aus derselben Ursache seinen jüngern Sohn Xer-xes zur Thronfolge mit Zurüksetzung seines älterenSohnes berufen. Auf dieses Beispiel stüzte Parysa-tis ihre Hoffnung. Der König bewilligte zwar ihreBitte
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