Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
301
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Neunzehnter, Abschnitt.301hitziges Treffen. Kritias fand den Tod auf demSchlachtfelde. Die Uebrigen warfen sich in die Flucht.Thrasybulus rief den Fliehenden zu:Warumpflieht ihr vor mir, als einem Feinde? warum helfetihr nicht vielmehr dem Rächer eurer Freiheit? Wirsind nicht eure Feinde, sondern eure Mitbürger, undvunser Krieg ist nicht gegen die Stadt, sondern ge-gen die dreisig Tyrannen. Er fuhr fort, sie zuerinnern, daß sie den nämlichen Ursprung, die nämli-chen Gesetze, die nämliche Religion hätten, ermahntesie, mit ihren verbannten Brüdern Mitleid zu haben,sie ihrem Vaterlande wiederzugeben, und sich selbstihrer Freiheit wieder zu bemächtigen. Diese Rede ver-fehlte ihre Wirkung nicht. Die Tyrannen wurdennach einer Regierung von acht Monaten aus Athenverjagt. Sie flohen mit ihren Anhängern nach Eleusis,und an ihre Stelle wurden zehn Bürger, aus jedemStamme einer, gewählt, und diesen die oberste Ge-walt übertragen. Aber diese zehn Regenten traten indie Fußstapfen ihrer Vorgänger, und verdienten sowohldurch ihre Grausamkeit als durch ihre Anhänglichkeitan Sparta den Haß des Volkes. Die nach Eleusisgeflohenen Tyrannen schikten Abgeordnete um Hülfenach Sparta. Schon war Lysander an der Spitzeeines spartischen Heerhaufens im Anzug gegen Athen,als Pausanias, einer der Könige, und die Epho-ren, die wahrscheinlich Lysanders Ruhm beneide-ten, den Frieden vermittelten. Die Tyrannen wurdenverbannt, und die bisher sich befehdenden Bürger ver-einten sich sämmtlich zu einer Feierlichkeit in dem Tem-pel der Minerva. Thrasybulus versöhnte sie durch dieErinnerung an die Leiden, die sie selbst durch ihre un-glükliche Partheisucht sich zugezogen hatten, und mach-te den Vorschlag, nach welchem die Bürger sich durcheinen Eid verbindlich machten, alles Vergangene inewiger Vergessenheit zu begraben. Die Regierungsformwurde