500Geschichte der Griechen,ein starkes Schloß an der Küste von Attica. Dieseskühne Unternehmen sezte die Tyrannen in Furcht; siezogen sogleich mit ihren dreitausend Gehülfen und ihrerspartischen Wache aus der Stadt, und suchten denPlaz wieder zu erobern, wurden aber mit Verlust zu-rükgeschlagen. Da sie fanden, daß sie mit Sturmnichts ausrichten würden, so entschlossen sie sich zu ei-ner Belagerung, sahen sich aber genöthigt, aus Man-gel und an Belagerungswerkzeugen, den folgendenTag nach Athen zurükzuziehen. Ihr Rükzug war soeilig, daß sie den größten Theil ihres Gepäckes undihre Troßknechte zurükließen, deren sich die Besatzungvon Phyle bemächtigte. Kaum war der Ruf von die-ser kühnen That durch Griechenland erschollen, als sichvon allen Seiten die athenischen Flüchtlinge unter denFahnen des Thrasybulus versammelten. Schon warensie siebenhundert an der Zahl, als die Tyrannen ihrespartische Wache und einige Haufen Reiter abschikten,um das Land vor ihren Streifzügen zu sichern. Derthätige Thrasybulus warf sich aus einem Hinterhalteauf die spartischen Truppen, erschlug ihrer hundert undzwanzig, und trieb die übrigen in die Flucht. DieTyrannen, die einen Aufstand in Athen selbst besorgten,verließen mit ihren Anhängern die Stadt und zogennach Eleusis; sie wurden von den dreitausend Athenernbegleitet, die sie zu Werkzeugenihrer Grauſamkeitengewählt und mißbraucht hatten.Sie mordeten jeneBürger von Eleusis, die ihnenverdächtig ſchienen.Indessen hatte der Redner Lysias, der unter nichtigemVorwande seines Vermögens in Athen beraubt, undnur durch die Flucht dem Tode entgangen war, eineSchaar von fünfhundert Männern gesammelt, und sichmit dem Thrasybulus vereinigt. Aufgemuntert durchdiese Verstärkung zog derselbe bei Nacht aus Phyle,und bemächtigte sich des Piräus. Die Tyrannen eil-ten mit ihren Truppen dahin, und es erfolgte ein
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