Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
299
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Neunzehnter Abschnitt.299griffen sähe, ohne ihm nach allen seinen Kräften Bei-stand zu leisten.Sparta, welches bei der Eroberung von Athengeäussert hatte, es wolle nicht das eine Auge Griechen-lands ausreissen, hatte jezt dieses Auge wirklich ge-blendet. Die Regierung der dreisig Tyrannen und diedreitausend Bewaffnete, die auf jeden Wink bereitwaren, ihre blutigen Befehle zu vollziehen, sollten dasVolk von Athen in Abhängigkeit und Knechtschaft er-halten, und vielleicht dasselbe zu einer Sklaverei vor-bereiten, in der Sparta seit Jahrhunderten die unter-jochten Messener hielt. Aber ein hochherziges unter-drüktes Volk, wäre es auch nur auf den Umfang einergroßen Stadt beschränkt, wie damals Athen, findetFreunde und Vertheidiger selbst unter denen, die vor-mals seine Feinde waren, während Verachtung undHaß sich überall gegen Unterdrückung und Willkühr ingeheimer oder offener Fehde waffnen; wir haben ge-sehen, daß Theben, die alte Feindin Athens, jezt mitUnmuth den grausamen Beschluß der Sparter verwarf,nach welchem die Verbannten und Flüchtlinge aus Athenden Tyrannen ausgeliefert werden sollten; hier begannder Sturz dieser Tyrannen.Thrasybulus, einer der siegreichen Anführer derathenischen Flotte in der Schlacht bei den arginussischenInseln, lebte seit seiner Verbannung in Theben. Erverband mit unerschütterlichem Muthe ein tiefes Ge-fühl der Leiden seines Vaterlandes, und einen heissenDrang zu dessen Rettung. Um ihn versammelten sichdie Verbannten und jene, die dem Schwert der Ty-rannen entflohen waren. Sie beschlossen irgend einemuthige That zu wagen, um dem Staate seine Frei-heit wieder zu verschaffen. Er überfiel und erobertemit einem Haufen von etwa siebenzig Mann, Phyle,ein