Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
297
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Neunzehnter Abschnitt.297nenden Hause. Die feigen Mörder wichen vor ihm,aber sie tödteten ihn mit Pfeilen und Wurfspießen vonferne. Sein Körper ward von Timandra, seiner Freun-din, zur Erde bestattet. Dies war das Ende des Al-cibiades, dessen Tugenden durch manches Laster entstelltund verdunkelt wurden. Es läßt sich nicht leicht be-stimmen, ob seine guten oder bösen Eigenschaften ver-derblicher für sein Vaterland gewesen, denn mit jenenhintergieng, und mit diesen unterdrükte er es. Er ver-band eine vorzügliche Tapferkeit mit dem edelsten Ge-blüte, mit Reichthum und hoher Bildung des Geistes:er war beredt, von großen Fähigkeiten zu Geschäften,und gemacht, alle Menschen zu bezaubern. Ehrgeizund Liebe zum Vergnügen waren seine herrschendenLeidenschaften, aber nie überwog der Reiz der Sinn-lichkeit seinen Drang nach Ruhm. Niemand verstandso wie er, den entgegengeseztesten Charakter anzuneh-men, und mit der ungezwungensten Leichtigkeit zu be-haupten. Sein Muth und seine großen Fähigkeitenkonnten sein Vaterland auf jene Stufe des Ruhmeserheben, auf der dasselbe unter des Themistokles undAristides Staatsverwaltung stand, aber sein Mangelan Redlichkeit und, Klugheit stürzte sein Vaterland insVerderben, und ward ihm selbst tödtlich.Die dreisig Tyrannen überließen sich jezt jedemMißbrauch unbeschränkter Gewalt. Reichthum ward zumVerbrechen, sie erbrachen die Wohnungen ihrer Schlacht-opfer, beraubten sie, und schleppten sie zum Tode.Sie hatten sich mit dreitausend bewaffneten Bürgernumgeben und die ganze übrige Volksmenge entwaffnet;so glaubten sie durch Schrecken ihre Macht zu befesti-gen. Theramenes, eines ihrer Mitglieder, war derEinzige, welcher sich ihren Absichten widersezte. Aberder blutgierige Kritias beschloß ihn aus dem Wege zuräumen, und verklagte ihn vor dem Senate, als ob