Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
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296
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296Geschichte der Griechen,um ihren Entwürfen einen Anstrich von Rechtlichkeitzu geben. Ihre Absicht war, sich unabhängig zu ma-chen, und da sie wußten, daß dieses nur durch Hülfeeiner fremden Macht geschehen konnte, so war ihrnächster Schritt, daß sie sich von Sparta, bis sie dieStadt von allen Uebelgesinnten gereinigt, und dieneue Verfassung auf festen Fuß gesezt hätten, eineWache verschafften. Lysander gab ihnen diese Wache,die unter ihrem Befehlshaber Kallibius die Burg vonAthen besezte. Kaum war dieses geschehen, als dieneuen Machthaber jede Schranke durchbrachen, unddie Stadt mit dem Blute derjenigen überschwemmten,die ihnen wegen Reichthum, Ansehen oder andern gutenEigenschaften am gefährlichsten zu seyn schienen.Diese Bedrückungen waren ganz dazu geeignet,die Athener zur Verzweiflung zu bringen; es bedurftenur eines kühnen Anführers, um die Tyrannen zustürzen, und vielleicht war der Name des Alcibiadeszufällig oder absichtlich unter dem Volke genannt wor-den; dieser tapfere Flüchtling lebte zu dieser Zeit inPhrygien unter dem Schutze des persischen SatrapenPharnabazus; aber auch in dieser Entfernung konnteer den Tyrannen gefährlich werden, und dieß warhinreichend, seinen Tod zu beschließen. Kritias, dasHaupt der dreisig Tyrännen, wendete sich an den Ly-sander und stellte ihm vor, der Tod des Alcibiadessey zur Aufrechthaltung ihrer Regierung nothwendig.Pharnabazus, aufgefordet von dem spartischen Feld-herrn, sandte eine Schaar bewaffneter Phryger nachGrynium, dem Wohnsitze des Alcibiades; aber sogroß war der Ruhm der Tapferkeit dieses Mannes,daß die Mörder sich nicht getrauten, ihn mit offen-barer Gewalt anzugreifen. In der Dunkelheit derNacht umringten sie seine Wohnung und stekten sie inBrand. Alcibiades ergriff sein Schwert, warf seinenMantel um den linken Arm, und stürzte aus dem bren-nen