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1 (1821)
Entstehung
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295
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295Neunzehnter Abschnitt.drungen, wenn wir lesen, daß Lysander nach geendig-tem Kriege achthundert wehrlose Bürger von Miletdem Partheigeiste ihrer mit seinen Verfügungen ein-verstandenen Gegner opferte, über tausend Talenteaus den griechischen Bundesstädten zusammenraubte,ihnen eine jährliche Steuer von zwölfhundert Talentenauflegte, und diesen Raub nach Sparta sandte, wozwar noch immer nach Lykurgs Gesetzen die Todes-strafe auf den Besiz edler Metalle stand, aber schönlange nicht mehr angewandt wurde. Der Geschicht-schreiber, dessen Pflicht es ist, die Beweggründe derHandlungen der Staaten, so wie der handelnden Per-sonen genau zu prüfen, darf behaupten, daß der pe-loponnesische Krieg in der lezten Periode hauptsächlichdurch das Gold der Perser und durch den Raub un-terbötiger Städte geführt und geendigt ward.Die Verfassung Athens wurde, so wie in allenvon Sparta unterjochten Städten, nach derselbenForm geändert. Die Herrschaft des Volkes ward ab-geschafft, und dreisig Männern übertragen, welche mangewöhnlich die dreisig Tyrannen nennt. Wiewohl dieGriechen sonst oft genug diesen Namen tugendhaftenMännern beilegten, so verdienten doch diese Kreatu-ren des Lysander in jeder Hinsicht diese schimpflicheBenennung. Anstatt ein vollkommneres Gesezbuch zu-sammenzutragen und bekannt zu machen, welches derVorwand war, unter welchem sie erwählt wurden,fiengen sie sogleich an, von ihrer Gewalt über Lebenund Tod Gebrauch zu machen; und wiewohl sie einenSenat und andere obrigkeitliche Personen anordneten,so bedienten sie sich derselben doch blos zur Befesti-gung ihrer Gewalt und zur Vollziehung ihrer Befehle.Indessen giengen sie doch anfangs sehr behutsam zuWerke, und verdammten blos die allgemein verabscheu-ten und niederträchtigsten Bürger, solche nämlich, dieblos vom Angeben lebten. Aber dieß geschah nur,um