293Achtzehnter Abschnitt.einen Frieden auf folgende Bedingungen: die langeMauer und die Festungswerke des Piräus sollten ge-schleift werden; die Athener sollten ihre Schiffe bisauf zwölf ausliefern; sie sollten alle ihre Verbanntezurükrufen, und im Kriege der Fahne Sparta's folgen.Als Theramenes mit diesen Bedingnissen nachAthen zurükkam, fragte man, warum er den Absichtendes Themistokles so sehr entgegen gehandelt, und die-jenigen Mauern in die Hände der Lacedämonier über-gehen hätte, welche von jenem ihnen zum Trotze wärenerbaut worden? Ich hatte allerdings mein Augeauf die Absicht des Themistokles, sagte er; er führte„diese Mauern zur Erhaltung der Stadt auf, und ichplasse sie aus dem nämlichen Grunde niederreißen;odenn wenn nur Mauern eine Stadt sicher stellen, so„muß Sparta, welches keine hat, sich in sehr schlech-„tem Zustande befinden.“ Zu andern Zeiten würdendie Athener diese Antwort schwerlich befriedigend ge-funden haben, aber sie waren jezt in so elenden Um-ständen, daß sie sich nicht lange bedenken durften, obsie diese Bedingnisse eingehen sollten oder nicht. Nach-dem der Friede geschlossen war, lief die peloponnesi-sche Flotte in den Piräus ein. Die Mauern wurdenunter dem Schall der Siegeslieder niedergerissen, undAthen, das so lange die Gebieterin der Meere unddes schönsten Theiles der damals blühenden Besitzun-gen der Griechen in Europa und Asien war, sank jeztin den Stand der Abhängigkeit von einer Macht, diees so oft an den Rand des Verderbens gebracht hatte.Sparta war jezt im ungestörten Besiz der Herrschaftüber Griechenland. (J. v. C. 405.) Diese Herr-schaft wurde nun mit aller Härte ausgeübt, die derUebermuth der Sieger sich gewöhnlich gegen Besiegteerlaubt.Neun-
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