Achtzehnter Abschnitt.291welches Konon nach dem Piracus sandte, nach Athenkam, gerieth die ganze Stadt in die äusserste Bestür-zung. Sie erwartete jezt natürlicher Weiſe eine Be-lagerung, und in der That machte Lysander dazu schonAnſtalten. Man hörte nur Wehklagen und Geſchreider Verzweiflung von allen Seiten. Die Athener ſa-hen schon im Voraus das Elend einer langen Belage-rung, eine grausame Hungersnoth, ihre Häuser zer-trümmert und in Flammen, den Uebermuth eines stol-zen Siegers, und die schimpfliche Sklaverei, worin siejezt gerathen würden, die ihnen schreklicher und uner-träglicher war, als die härtesten Strafen und derTod selbst. Den folgenden Tag ward die Versamm-lung des Volkes zusammenberufen, man beschloß, alleHäfen, nur einen ausgenommen, zu verschließen, dieMauern auszubessern und mit Wachen zu besetzen, umsich zur Vertheidigung zu rüsten.Ihre Besorgnisse wurden bald bestättigt. Lysan-der, der unmittelbar nach seinem entscheidenden Siegedie volkreichen Städte Byzanz und Chalcedon ohneWiderstand erobert hatte, bemächtigte sich jezt allerBesitzungen der Athener auf der Küste von Kleinasien,Mazedonien und Thrazien. Alle Inseln, Samos alleinausgenommen, wurden dem Sieger zur Beute, undSparta's Oberherrschaft ward in allen Besitzungen undPflanzstädten der Griechen in dem ägeischen Meere undauf den Küsten von Kleinasien, dem Hellespont, derPropontis, Mazedoniens und Thraziens anerkannt. Invielen dieser Städte lagen athenische Besatzungen.Diese wurden sämmtlich nach Athen geschikt, und ihreAnzahl mußte die Bedrängniß einer Stadt vermehren,deren Gebiet schon längst in der Gewalt ihrer Feinde,keine Zufuhr von Lebensmitteln zu Lande hoffen ließ,und die jezt ohne Flotte auch von der See keineUnterstützung erwarten konnte. Jezt erschien LysanderT 2mit
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