Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
289
Einzelbild herunterladen
 

Achtzehnter Abschnitt.289nung war durch die Thätigkeit und den Fleiß der Ru-derknechte augenbliklich zurükgelegt. Konon war dererste, welcher von der Küste die feindliche Flotte inguter Ordnung zum Angriffe herannahen sah, woraufer alsobald seine Truppen herbeirief, sich einzuschiffen.Voll Bestürzung und Verlegenheit rief er einige beiNamen, einige beschwur er, und andere zwang er mitGewalt an Bord zu gehen; aber alle seine Bemühun-gen und sein Eifer waren vergebens, indem die Sol-daten sich nach allen Seiten hin zerstreuet hatten; siewaren nicht sobald ans Land getreten, als einige, umLebensmittel zu verschaffen, sich in der Gegend um-her zerstreut, andere sich in ihren Zelten schlafen ge-legt, andere angefangen hatten, sich ihr Abendessen zubereiten. Dieß ward veranlaßt von dem Mangel anWachsamkeit und Erfahrung ihrer Anführer, welchenicht die mindeste Gefahr besorgten, sich der Ruheüberließen, und ihren Soldaten eine gleiche Freiheitgestatteten.Der Feind hatte bereits mit lautem Geschrei undgroßem Geräusche der Ruder den ersten Anfall gethan,als Konon sich mit neun Galeeren, unter denen dasheilige Schiff war, von der Flotte trennte, und nachCyprus segelte, wo er zu dem Evagoras seine Zufluchtnahm. Die Peloponneser griffen die größtentheils un-bemannte Flotte an, und eroberten sie gänzlich. Ly-sander landete mit seinen wohlgerüsteten Truppen; siegriffen die zerstreuten Haufen der Athener an, hiebennieder, was Widerstand leistete, und machten alle An-führer nebst dreitausend Athenern zu Gefangenen. DasLager ward geplündert, und die feindlichen Galeerenan die Hintertheile der siegreichen Schiffe befestigt.So kehrte Lysander unter dem Schalle der Flöten undTriumphlieder nach Lampsacus zurük. Sein war derRuhm, eine der größten Kriegsthaten, welche die Ge-ſchich⸗