Achtzehnter Abschnitt.237Steuerleuten Befehl, an Bord ihrer Galeeren zu ge-hen, als ob sie wirklich den nächsten Morgen mit An-bruche des Tages fechten sollten, sich bereit zu halten,und seine Befehle im tiefen Stillschweigen abzuwarten.Auf gleiche Weise gab er dem Landheere Befehl, ander Küste sich in Schlachtordnung zu stellen, und ohneGeräusch den Tag abzuwarten. Den folgenden Mor-gen, sobald die Sonne aufgegangen war, ruderten dieAthener den Peloponnesern mit ihrer ganzen Flotte ineiner Linie entgegen, und forderten sie zum Treffen.Lysander, wiewohl seine Schiffe, die Vordertheile gegenden Feind, in Schlachtordnung gestellt waren, hieltsich ganz stille, ohne die geringste Bewegung zu ma-chen. Am Abend, als die Athener sich zurükzogen,ließ er seine Soldaten nicht eher ans Land steigen,bis einige leichte Fahrzeuge, die er abgeschikt hatte,die Athener zu beobachten, mit der Nachricht zurük-kamen, daß sie die Feinde landen gesehen. Der fol-gende Tag, der dritte und vierte, verstrichen auf ebendie Art. Ein solches Verhalten, welches Bedenk-lichkeit und Furcht zu verrathen schien, machte die Athe-ner immer sicherer und dreister, und flößte ihnen diegrößte Verachtung gegen eine Flotte ein, welche, ihrerMeinung nach, nicht Muth hatte, sich in ein Treffeneinzulassen.Während dieses vorgieng, kam Alcibiades, wel-cher sich in der Nähe der Flotte auf seinem Kastell ander Küste von Thrazien aufhielt, zu den athenischenBefehlshabern, und stellte ihnen vor, daß sie sich in ei-ner sehr nachtheiligen Stellung befänden, wo sie we-der Häfen noch Städte in der Nachbarschaft hätten;daß sie genöthigt wären, ihre Lebensmittel mit großerSchwierigkeit und Gefahr von. Sestos herbeizuschaffen,und daß sie sehr unrecht handelten, ihren Soldatenund Seeleuten zu erlauben, sobald sie ans Land ge-stie-
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