280Geschichte der Griechen,zum Tode verdammt war, doch nicht die geringste Er-bitterung äusserte, oder sich über seine Richter be-klagte, sondern zum Besten eines undankbaren Vater-landes einzig besorgt war, daß es dasjenige vollziehenmöchte, was es für den erfochtenen Sieg den Götternſchuldig ſey.Die Vollziehung dieses ungerechten Urtheils warden Athenern höchst nachtheilig. Sie hatten sich selbstihre trefflichsten Anführer beraubt, und bald büßtensie ihren Undank durch den Verlust ihrer ganzen Flot-te. Die neuen Befehlshaber derselben waren Philoclesund Adimant, welche nebst einigen andern dem Konondes Gehülfen zugesellt wurden. Lysander hatte aufdas Verlangen der peloponnesischen Bundesgenossenden Heerbefehl zum zweitenmal erhalten; zwar war esden Gesetzen von Sparta entgegen, dem nämlichenBürger zweimal des Heer anzuvertrauen, sie ernanntenalso den Aracus zum Anführer, und übertrugen demLysander unter der Benennung eines Rathes die Ge-walt. Er segelte unverzüglich von Ephesus, wo diepeloponnesische Flotte neu ausgerüstet war, nach demHellespont, und belagerte Lampsakus, welches er mitSturm eroberte; die Stadt ward der PlünderungPreis gegeben. Als die Athener, welche ihm gleichnachgefolgt waren, hiervon Nachricht bekamen, segel-ten sie bis Olestus, zogen sich von da längs der Kü-ste fort, und hielten endlich dem Feinde gegenüber zuAegos Potamos.Der Hellespont ist in dieser Gegend nicht überzweitausend Schritte breit. Da die beiden Flotten sichso nahe an einander sahen, gedachten die Athener nurdiesen ersten Tag auszuruhen, und sogleich den folgen-den Tag ein Treffen zu liefern; aber Lysander hatteeinen andern Plan; er gab den Seetruppen undSteuer-
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