Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
285
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285Achtzehnter Abschnitt.mals unerwartet entstanden, sey eine unwiderleglicheRechtfertigung, und spreche die Beklagten durchausvon aller Schuld frei. Er verlangte, daß man ihnen einenganzen Tag einräumen möchte, sich zu rechtfertigen, ei-ne Gunst, die den größten Verbrechern nicht versagtwurde, und daß man einen Jeden besonders verneh-men sollte. Er stellte ihnen vor, daß sie ja nichts nö-thige, ein Urtheil zu übereilen, wo es auf das Lebender vornehmsten Bürger, ankäme; es sey gewissermassenein Angriff gegen die Götter, wenn man Menschen we-gen Wind und Wetter zur Verantwortung ziehen woll-te; welch eine himmelschreiende Undankbarkeit und Un-gerechtigkeit es wäre, Sieger hinzurichten, welche siemit Triumphen und Ehrenkronen belohnen sollten, oderdie Beschützer des Vaterlandes der Wuth ihrer Nei-der preis zu geben, wenn sie das thäten, so würdeihr ungerechtes Urtheil eine plözliche, aber vergeblicheReue nach sich ziehen, welche sie mit den schärfsten Ge-wissensbissen martern, und sie mit ewiger Schaam undSchande zeichnen würde. Unter den Verurtheiltenbefand sich auch Diomedon, ein Mann, der sich ebenso sehr durch Rechtschaffenheit, als durch Tapferkeitauszeichnete; als man ihn zum Richtplatze führte, bater, daß man ihn anhören möchte.Athener, sprachver, ich wünsche, daß das Urtheil, welches ihr übervuns gefällt habt, der Republik nicht zum Unglückegereichen möge; um eine Gnade aber habe ich euchsür mich und meine Gefährten zu bitten, nämlich: daßvihr den Göttern jene Gelübde erfüllet, die wir ihnenpfür euch und für uns selbst gethan haben; denn ih-ören Schutz haben wir vor dem Treffen angerufen, unddiesem danken wir allein den über die Feinde erfoch-tenen Sieg. Es war kein guter Bürger, der nichtdurch diese Anrede, voll Wohlwollen und Gottesfurcht,in Thränen zerfloß, und mit Erstaunen die Mäßigungeines Mannes bewunderte, der, da er so ungerechtzum