Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
284
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Geschichte der Griechen,284senkt wurde, worauf die übrigen die Flucht ergriffen.Die Peloponneser verloren siebenzig Schiffe, und dieAthener fünf und zwanzig, mit dem größten Theileder Mannschaft auf denselben. Die athenischen Be-fehlshaber der Flotte, statt für einen so herrlichen Siegbelohnt zu werden, wurden ein schrekliches Beispiel derUndankbarkeit ihrer Mitbürger. In einem Berichtevon diesem Treffen vor dem Senate, beschuldigte mansie, sie hätten ihre Leute auf den versenkten Schiffenuntergehen lassen, da sie dieselben doch retten können;worauf sie dann in Feßeln gelegt wurden, um sichdarüber vor dem Volke zu verantworten. Sie führ-ten zu ihrer Rechtfertigung an, daß sie den Feind ver-folgt, und zu gleicher Zeit den Befehl gegeben, dieLeute einzunehmen, besonders dem Theramenes, wel-cher jezt ihr Ankläger war; aber ihre Befehle hättennicht vollzogen werden können, weil zu der Zeit einsehr heftiger Sturm entstanden sei. Dies schien sovernünftig und befriedigend, daß verschiedene auftra-ten und den Antrag machten, sie loszusprechen; in ei-ner andern Versammlung aber forderten die Aufwieg-ler des Volks Genugthuung, und sezten die Richterso sehr in Furcht, daß Sokrates der einzige unter ih-nen war, der Muth genug hatte, zu erklären, er wer-de nichts thun, was den Gesetzen zuwider wäre, undsich daher weigerte, über alle zehn auf einmal die Stim-men einzusammeln, wie das Volk verlangte. Zwei derAngeklagten waren abwesend, die übrigen acht wurdenverurtheilt, zwei zur Verbannung, und sechs zum Tode.Unter den leztern war Perikles, des großen PeriklesSohn. Er erklärte, sie hätten in keinem Stücke ihrePflicht verlezt, da ſie Befehl gegeben, daß die todtenLeichname eingenommen werden sollten; wenn also je-mand strafbar sei, so sey es der, welcher den Befehlerhalten, und ihn zu vollziehen versäumt hätte; aberer klage Niemand an, denn der Sturm, welcher da-mals