Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
282
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Geschichte der Griechen;282Der wetterwendische Pöbel von Athen fieng nunaufs neue an, den Alcibiades der Untüchtigkeit zu be-schuldigen. Er, den man eben erst bis zur Anbetungverehrt hatte, ward jezt auf den ungegründeten Ver-dacht, daß er seiner Pflicht zuwider gehandelt, desHeerbefehls entsezt. Die Quelle seines Unglüks warjedoch der Ruhm, den er durch seine vergangenenDienste erworben; denn sein beständiges Glük hatteeine so hohe Meinung von ihm bei dem Volke er-zeugt, daß man glaubte, es könne ihm unmöglich ir-gend ein Unternehmen fehlschlagen; daher nahmen seineFeinde Anlaß, seine Rechtschaffenheit verdächtig zumachen, und ihm sowohl seine eigenen, als AndererVergehungen zur Last zu legen. An seine Stelle tra-ten nun zehn Befehlshaber, unter diesen waren Thrasy-bulus und Konon.Kallikraditas wurde zum Nachfolger des Lysanderernannt, dessen Jahr jezt verflossen war. Gleich stren-ge gegen sich selbst und Andere, unzugänglich derSchmeichelei und der Trägheit, ein erklärter Feindder Ueppigkeit, bewahrte er die Sittsamkeit, Mäßig-keit und Strenge der alten Sparter, Tugenden, wel-che ihn jezt darum besonders auszeichneten, da sie zuseiner Zeit nicht mehr gewöhnlich waren. Ehrfurchtgegen die Götter, strenge Beobachtung der Gesetze,tadelfreie Sitten und unbeugsame Redlichkeit warendie Grundzüge dieses seltenen Mannes. Lysander, derdie Stelle eines obersten Feldherrn sehr ungerne ver-lor, ergriff jedes Mittel, die Wirksamkeit seines Nach-folgers zu lähmen; er sandte sogar das Geld nachSirdis zurük, das zur Bezahlung des Soldes nachseinem Abgang bestimmt war. Dieses Verfahren sezteseinen Nachfolger in die äusserste Verlegenheit. Cy-rus, an den sich Kallikratidas persönlich wandte, be-gegiete dieſem geradſinnigen Mann, der die Schmeich-ler-