Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
280
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280Geschichte der Griechen,rohen Sitten seines Vaterlandes mit einem einschmei-chelnden Wesen zu paaren, und sich in alle Lagen desLebens zu schicken. Was er durch Muth auszuführenverzweifelte, vollendete er durch List, und er bedientesich selbst des Ausdruks, daß man sich des Fuchses be-dienen müsse, mo man den Löwen nicht brauchen kön-ne. Diesem Mann war es vorbehalten, den langwie-rigen peloponnesischen Krieg zu endigen, und die An-gelegenheiten Griechenlands dauernd zu bestimmen.Der Oberbefehl des Heeres und der Flotte wurde ihmübergeben. Er segelte unverzüglich nach Ephesus.Hieher ließ er von allen Orten Lastschiffe zusammenkommen, und errichtete ein Zeughaus, lies Galeerenbauen; öffnete die Häfen für die Kaufleute, ermun-terte den Handel und alle Arten von Künsten undHandwerken durch freien Verkehr, füllte dadurch dieStadt mit Reichthum, und legte den Grund zuderjenigen Pracht, durch die sie nachmals so berühmtward. Während er diese Anstalten machte, erhielt erNachricht, Cyrus, der persische Prinz, ein Bruder desKönigs Artaxerxes, sei zu Sardis angekommen; erreiste von Ephesus dahin, ihm einen Besuch zu machen,und sich über den Tissaphernes zu beklagen, dessen Falsch-heit und Verrätherei ihrer gemeinschaftlichen Sache sogroßen Schaden gethan. Cyrus, welcher einen persön-lichen Haß auf diesen Satrapen geworfen hatte, botden Absichten des Lysander die Hände, willigte darein,den Sold der Schiffsoldaten zu erhöhen, und ihm allenBeistand zu leisten, der in seiner Macht stand.Diese Freigebigkeit sezte die ganze Flotte in Thä-tigkeit, und entzog den feindlichen Galeeren eine Men-ge Leute, indem das Schiffsvolk größtentheils zu der-jenigen Parthei übergieng, wo es am besten be-zahlt wurde. Die Athener, voll Verzweiflung bei die-ser Nachricht, gaben sich alle mögliche Mühe, den Cy-rus