Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
279
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279Achtzehnter Abschnitt.sis, in denen jeder gebildete Grieche eingeweiht war,durch sinnliche Zeichen die Lehre von der Unsterblichkeitder Seele, und von dem Lohne eines tugendhaftenLebens nach dem Tode, dargestellt wurden. Wir ha-ben bereits angeführt, daß Alcibiades wegen der Ent-heiligung dieser Geheimnisse von seinen Mitbürgernzum Tode verdammt, und dieser Strafe nur durch dieFlucht entgangen war. Die Wallfahrt nach Eleusiswar seitdem die Sparter Decelia besezt hatten, unter-brochen, denn dieser Ort lag an der Strasse von Athennach Eleusis. Nach alter Gewohnheit durfte diese Wall-fahrt nur zu Lande geschehen. Alcibiades beschloß nun,um seinen Mitbürgern einen Beweis seiner Ehrfurchtfür die Gottheit zu geben, den Zug zu dem Tempelder Göttin im Angesicht der Feinde mit möglichsterPracht zu führen. An der Spitze einer bewaffnetenSchaar führte er die friedlichen Verehrer der Gottheitzu dem Tempel nach Eleusis und wieder zurük, ohnevon der Lacedämonischen Besatzung beunruhigt zu wer-den. Ehrfurcht für religiöse Gebräuche, die selbst vonFeinden geachtet waren, veranlaßte wahrscheinlich die-ses Betragen der Sparter.Nicht lange nach dieser Feier segelte Alcibiades miteiner Flotte von hundert Schiffen nach Kleinasien ab.Er brachte die Insel Andros, die sich empört hatte,zum Gehorsam, und kehrte hierauf nach Samos zurük,das er zu dem Mittelpunkt seiner Unternehmungen be-stimmt hatte.Indessen hatte sein Glük lebhafte und gegründeteUnruhen in Sparta erregt. Man mußte seinen fer-nern Fortschritten einen Mann von Einsicht und Ta-pferkeit entgegen stellen; dieser Mann war Lysander,aus dem königlichen Stamme der Herakliden. Er warnach alter Sitte erzogen, aber er hatte gelernt, dierohen