270Geschichte der Griechen,nischen Heerts, konnte das Vergeltungsrecht gegen denungerechten Angriff üben; Athen war der Blüthe seinerJugend, ſeiner beſten Heerführer und ſeiner Flottenberaubt; die Stadt war von einem peloponnesischenHeere eingeschlossen; seine bisherigen Bundesgenossendachten auf Abfall, und selbst jene Staaten, die sichbisher der Theilnahme an dem Kriege zu entziehen ge-wußt hatten, bewarben sich jezt um die Aufnahme inden Bund gegen Athen. Sparta sezte jede Triebfederin Bewegung um das Unglük Athens zu vollenden;es trat in Verbindung mit den Persern; die Satra-pen des großen Königs wurden beauftragt, Spartaund seine Verbündeten mit Schiffen, Lebensmitteln,und Geld zu unterstützen; die Flotte der Peloponneserſegelte nach Klein⸗Aſien, um die Städte der joniſchenGriechen von der Verbindung mit Athen loszureißen.In dieser bedrängten Lage, in der vielleicht mächtigereStaaten den Muth verloren, ihren Untergang gefun-den hätten, verzweifelten die Athener nicht an ihrerRettung; sie beschränkten alle unnützen Ausgaben, undverschafften sich dadurch die nöthigen Gelder zur Aus-rüstung einer neuen Flotte; in ihren Versammlungenwurden die Rathschläge der Weisheit und der Erfah-rung wieder gehört, und den selbstsüchtigen Demago-gen Stillschweigen geboten. Ein neues Heer wardausgehoben, und alle Mittel angewendet, ihre unter-gebenen Städte in der Abhängigkeit zu erhalten. Ei-ne Flotte ward nach Samos gesandt; ihr Erscheinenwar hinreichend, den Bundesgenossen Achtung zu ge-bieten, und die untergebenen Städte in ihrer Pflichtzu erhalten.Alcibiades, welcher von Allem, was in Athenvorgieng, sehr wohl unterrichtet war, schikte insge-heim an die Oberhäupter der Flotte zu Samos, umihre Gesinnungen auszuforschen, und sie wissen zu las-sen,
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