Achtzehnter Abschnitt.271sen, daß er nicht abgeneigt sey, nach Athen zurükzu-kehren, wofern die Verwaltung der Republik in dieHände der Großen und Mächtigen übergeben, undnicht länger dem Pöbel gelassen würde, welcher ihnverbannet hatte. Einige der Oberbefehlshaber giengennun von Samos ab, in der Absicht, die füglichstenMaasregeln zur Ausführung dieses Vorhabens mit;ihm zu bereden. Er versprach ihnen, den Athenernnicht allein die Gunst des persischen Statthalters inCarien, Tissaphernes, zu dem er seine Zuflucht genom-men hatte, sondern auch des Königs von Persien selbstzu verschaffen, auf die Bedingung, daß sie die Demo-kratie in eine Aristokratie verwandelten, weil der Kö-nig mehr Vertrauen auf die Zusagen ausgezeichneterBürger, als auf die eines veränderlichen und eigen-sinnigen Pöbels, setzen würde. Alcibiades hatte sichin der Gunst des Tissaphernes hauptsächlich durch ei-nen Vorschlag festgesezt, der den Geiz dieses Satra-pen sehr zusagte; der Sold für die Schiffsbesatzungender peloponnesischen Flotte wurde, wie wir schon er-wähnt haben, vom Tissaphernes bezahlt. Alcibiades,um die Matrosen der Peloponneser unzufrieden zumachen, rieth den Satrapen, ihren Sold auf dieHälfte herabzusetzen, den Befehlshabern jedoch ihrevolle Bezahlung zu lassen.Tissaphernes eröffnete nun den Alcibiades denAnschlag des Phrynichus, eines der athenischen Befehls-haber, die ganze Flotte die zu Samos lag, den Feld-herrn der Peloponneser in die Hände zu liefern. Al-cibiades entdekte diese Verrätherei den Thrasybulus.Phrynichus wurde nun seiner Würde entsezt, und fielkurz nach seiner Rükkehr nach Athen durch Meuchel-mord.Unterdessen waren die Athener eifrig beschäftigt,die
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten