Geschichte der Griechen,268Freyheit gesezt, oder erfuhren die gütigste und edelsteBegegnung von ihren Herren. Verschiedene derselbenhatten auch die gute Begegnung, die ihnen wiederfuhr,dem Euripides zu danken, aus dessen Trauerspielen siedie schönsten Stellen den Siziliern vorsagten, welcheausnehmend viel Geschmak daran fanden, so daß ver-schiedene, die in ihr Vaterland zurükkamen, zu demDichter giengen, ihn ihren Retter nannten, und ihmerzählten, welche bewundernswürdige Wirkungen seineVerse zu ihrem Besten gethan hätten.Als die Nachricht von der erlittenen Niederlagenach Athen kam, waren die Bürger, welche nichts we-niger als diesen Ausgang des Krieges vermutheten, soweit entfernt, ihr Glauben beizumessen, daß sie denMann zum Tode verurtheilten, der sie zuerst bekanntgemacht hatte. Da sie sich aber bald bestättigte, ge-rieth Alles in die äusserste Bestürzung; und gleich, alsob sie nicht selbst den Krieg beschlossen hätten; ließensie ihre Wuth und Erbitterung gegen die Redner aus,welche das Unternehmen befördert, und gegen dieWahrsager, die durch ihre vorgeblichen Wunderzeichenihnen mit der Hoffnung des Sieges geschmeichelt hat-ten. Noch nie hatten sie sich in einem so betrübtenZustande befunden, als jezt; sie hatten weder Fußvolk,noch Reiterei, noch Geld, noch Schiffe, noch Seeleu-te; mit einem Worte, sie waren in tiefster Verzweif-lung, und erwarteten jeden Augenblik, daß der Feind,stolz auf einen so großen Sieg, und verstärkt durchdie abgefallenen Bundesgenossen, kommen würde, ummit der ganzen Macht des Peloponnes Athen zur Seeund zu Land anzugreifen. In der That waren durchdiesen Krieg das Ansehen und die Macht Athens, wieCicero ſich ausdrükt, geſunken, und der Ruhm dieſesStaates hatte im Hafen von Syracus Schiffbruch ge-litten.Dieses
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