267Achtzehnter Abschnitt.bermuthe abgeschlagen, und die beiden Feldherrn wur-den hingerichtet. (Jahr vor Chr. Geb. 413.)Alle weisen und fühlenden Menschen konnten sichnicht enthalten, Thränen zu weinen über das Schik-sal zweier so großen Männer, vornehmlich des Nicias,der von allen Menschen seiner Zeit am wenigsten einso schimpfliches Ende zu verdienen schien. Viele, diesich erinnerten, welche Reden er gehalten, welche Vor-stellungen er gethan, diesen Krieg zu verhindern, undbedachten, welch eine hohe Ehrerbietung er immer ge-gen die Götter und alles, was die Religion betraf,bewiesen, geriethen in Versuchung, gegen die Vorse-hung zu murren, indem sie sahen, daß ein Mann, derimmer mit größtem Eifer und äusserster Gewissenhaf-tigkeit die Götter verehrt hatte, so schlecht von ihnenbelohnt wurde, und kein besseres Schiksal fand, alsdie ruchlosesten Bösewichter.Die Gefangenen wurden in die Steingruben ein-gesperrt, wo sie, dicht zusammengedrängt, acht Mona-te lang unbeschreibliche Qualen ausstehen mußten. Hierwaren sie ohne Bedeckung allen Abwechslungen der Wit-terung ausgesezt, anfangs durch die brennenden Son-nenstralen des Sommers, und dann durch die kaltenNachtfröste des Herbstes gemartert, durch den Gestankihres eigenen Auswurfs und der Leichname derer, diean Wunden oder Krankheit starben vergiftet, und we-gen der kärglichen schlechten Nahrung von Hunger undDurst verzehrt. Diejenigen, die zwei Monate nachheraus diesem Gefängnisse erlöst wurden, um als Skla-ven verkauft zu werden, unter denen sich viele Bür-ger von ausgezeichneten Rang befanden, fanden ein mil-deres Schiksal. Ihre Gedult und eine gewisse Mienevon Redlichkeit und Sittsamkeit gereichten ihnen zugroßem Vortheile, denn sie wurden entweder bald inFrey⸗
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