Geschichte der Griechen,200„Todesurtheil ihr jezt fällen wollt, der Mann war,oder sich in der Versammlung der Arhener eurer an-»nahm, und sein ganzes Ansehen, die ganze Macht„seiner Beredsamkeit anwandte, sein Vaterland von„diesem Kriege abzumahnen. Sprächet ihr nun das„Todesurtheil über diesen würdigen Feldherrn aus,wäre das eine gerechte Vergeltung des Eifers, denver für eure Sache bewies? Für meine Person we-„nigstens würde der Tod mir weniger herbe seyn, alsoder Anblik, meine Landsleute und Mitbürger eine soschrekliche Ungerechtigkeit verüben zu sehen.Das Volk schien durch diese Rede von Mitleidengerührt, vornehmlich da es bei der ersten Erscheinungdieses ehrwürdigen Greises erwartet hatte, daß er eslaut um Rache gegen diejenigen, die all sein Elend überihn gebracht, anrufen würde, statt Verzeihung für siezu erbitten. Allein die Feinde der Athener breitetensich mit vieler Heftigkeit über die unerhörten Grausam-keiten aus, welche diese Republik gegen verschiedenefeindliche Städte und selbst gegen ihre alten Bundes-genossen verübt; den eingewurzelten Haß, welchen dieHeerführer gegen Syrakus bewiesen, und die Uebel,die sie ihm würden zugefügt haben, wenn das Glükihnen günstig gewesen wäre; die Trübsale und Seufzerunzähliger Syrakuser, die den Tod ihrer Kinder undnächsten Angehörigen beweinten, deren abgeschiedeneGeister nicht anders besänftigt werden könnten, alsdurch das Blut ihrer Mörder. Diese Vorstellungenbehielten die Oberhand, das Volk kehrte wieder umzu seinem blutdürstigen Entschlusse, und befolgte desDiokles Rath aufs Genaueste. Gylippus gab sichvergebens alle mögliche Mühe, den Nicias und De-mosthenes ausgeliefert zu erhalten, (vornehmlich da ersie gefangen genommen hatte) um sie nach Sparta zubringen; seine Bitte ward ihm mit verächtlichem Ue-ber-
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