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1 (1821)
Entstehung
Seite
265
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265Achtzehnter Abschnitt.die einzige Stütze meines Alters waren. Ich kannfreilich nicht umhin, ihre Tapferkeit und ihr Glük zuobewundern, indem sie dem Wohle ihres Vaterlandesein Leben aufgeopfert, dessen sie dereinst durch dengewöhnlichen Lauf der Natur würden beraubt wordenseyn: aber ich fühle die grausame Wunde, die ihrTod meinem Herzen versezt hat, und hasse die Athe-ꝗner, die Urheber dieſes unſeligen Krieges, als Moͤr-oder meiner Kinder. Gleichwohl kann ich den Umstandnicht verhehlen, daß meine besondern Trübsale mirnicht so sehr zu Herzen gehen, als die Ehre meinesVaterlandes, denn diese sehe ich jezt in Gefahr un-auslöschlicher Schande, durch den barbarischen Rath,⸗welcher euch gegeben worden. Freilich verdienen dieAthener die härteste Behandlung und jede Art vonStrafe dafür, daß sie einen so ungerechten Krieg mituns angefangen; aber haben nicht die Götter, die ge-prechten Richter der Verbrechen, sie gestraft und unsphinlänglich gerächt? Als ihr Feldherr die Waffenvniederlegte und sich ergab, that er es nicht in der ge-wissen Erwartung, daß wir ihres Lebens schonen wür-oden, und wenn wir sie hinrichten, wird es uns dannvmöglich seyn, den gerechten Vorwurf zu vermeiden,⸗daß wir das allgemeine Völkerrecht verlezt, und un-ysern Sieg durch unerhörte Grausamkeit geschändethaben? Wie könnt ihrs ertragen, daß euer Ruhmvor den Augen der ganzen Welt beflekt werde, und»daß man sage, eine Nation, welche zuerst in ihrer»Stadt der Gnade einen Tempel weihte, habe nurUnmenschlichkeit bei euch gefunden? Wahrlich, Sie-ge und Triumph geben einer Stadt keinen unsterbli-schen Ruhm, sondern Güte und Menschlichkeit gegenden überwundenen Feind, Mäßigung im größten Glük-ke, und Furcht, die Götter durch ein stolzes übermü-thiges Verfahren zu beleidigen. Ohne Zweifel habtvihr doch nicht vergessen, daß eben der Nicias, dessenTodes-