Achtzehnter Abschnitt.259aber es war gefährlich, ein nach allem erlittenen Ver-lust noch zahlreiches und furchtbares Heer ungestörtabziehen zu lassen; Hermocrates, der die Unmöglichkeiteinsah, die Athener in dieser Nacht an dem Rükzugzu hindern, schikte einige vertraute Reiter ab, die demNicias die Kunde brachten; alle Wege seien von denSyrakusern besezt, und er könne nur am Tage sichdurch die feindlichen Posten wagen. Nicias glaubtedieser Nachricht, er blieb noch bis zu dem dritten Tagein seinem Lager. Aber jezt hatten die Syrakuser Zeitgewonnen, alle Wege zu besetzen, denn schon am näch-sten Morgen früh bemächtigten sie sich der schwierigstenPässe und der Furthen der Flüsse, brachen die Brük-ken ab, und stellten hin und wieder in den EbenenAbtheilungen der Reiterei auf, so daß die Athener kei-nen Weg mehr unbesezt fanden, auf dem sie ohne Ge-fecht zurükziehen konnten. Den dritten Tag nach demSeetreffen begaben sie sich endlich, in der Absicht, sichnach Katana zu verfügen, auf den Weg. Das ganzeHeer war in unbeschreiblicher Bestürzung bei dem An-blicke einer so großen Menge von Todten oder Ster-benden, die man theils den wilden Thieren zum Raube,theils der Grausamkeit der Feinde überlassen mußte.Die Kranken und Verwundeten beschworen sie mitThränen, sie nicht im Stiche zu lassen; sie hielten dieAbziehenden bei den Kleidern fest, und folgten ihnenso weit, als ihre Kräfte es erlaubten; und wenn siedann nicht weiter konnten, nahmen sie ihre Zufluchtzu Thränen, Seufzern, Verwünschungen; sterbend rie-fen sie Götter und Menschen an, diese Grausamkeitzu rächen, und von allen Seiten hörte man ihr Weh-klagen wiederhallen.Das ganze Heer befand sich in dem bedauerns-würdigsten Zustande. Alle Athener waren in die tiefsteSchwermuth versunken. Wüthender Gram marterte sieR 2bei
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