Geschichte der Griechen,258die Auslieferung ihrer Todten zu verlangen, und über-ließen die Körper ihrer Erschlagenen dem Spott undder Mißhandlung der Sieger. Noch besaßen sie Schif-fe genug, um der feindlichen Flotte Widerstand zu lei-sten, vielleicht sie zu besiegen, und in der That konn-te ihre Hoffnung nur auf dem glüklichen Ausgang ei-ner neuen Seeschlacht beruhen, denn nur nach einemSiege auf dem Element, das so lange Zeuge ihrerTapferkeit war, konnten ſie glükliche Rükkehr in ihr Va-terland erwarten. Aber der Geist ihrer tapfern Vor-fahren, des Themistokles und des Cimon, war vonihnen gewichen; muthlos verwarfen sie den Vorschlagihrer Befehlshaber, sich auf den folgenden Tag zu ei-nem neuen Gefecht zur See bereit zu halten; nur inunbemerkter Flucht zu Lande glaubten sie ihr Heil zufinden; die Reste des mit Schande bedekten Heeresrüsteten sich zum Abzug für die folgende Nacht; soverloren sie das einzige Mittel, das ihnen zu ihrerRettung übrig war, den Muth; ihr Rükzug stellt einschauderhaftes Gemälde von Unfällen dar, und nachwenigen Tagen war das Loos aller, die nicht so glük-lich waren, in den täglichen Gefechten oder bei demUebergang der Flüsse den Tod zu finden, Gefangen-ſchaft und Sklaverei.Die Anstalten der Athener zum Rükzug bliebendem Scharfblik des Hermokrates nicht verborgen. Aberan dem Tage des ruhmvollen Sieges zur See fielgerade das Fest des Herkules, des Lieblingshelden derSyrakuser. Ihm schrieben sie den glänzenden Erfolgdes verflossenen Tages zu, und die Freude über ihreRettung stieg durch die mit diesem Feste verbundenenFeierlichkeiten bis zur Begeiſterung. Es war nichtmöglich, solche, durch die Freuden des Festes betäubteMenschen mitten in ihrem ausschweifenden Jubel zustören, und sie zu neuen Beschwerlichkeiten aufzufordern,aber
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