Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
257
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Achtzehnter Abschnitt.257den Seiten in einem so engen Raume zusammendräng-ten, so mußte nothwendig große Verwirrung entstehen,indem die Schiffe nicht leicht vorwärts dringen, oderzurükziehen, oder sich wenden konnten, um den Angriffzu erneuern. Die Rennbäume und Haken konnten alsowenig ausrichten; hingegen schossen sie aufeinander de-sto hitziger und häufiger. Die Athener wurden miteinem Regen von Steinen überhäuft, welche immergroßen Schaden anrichteten, woher sie auch geworfen seynmochten; dahingegen sie sich blos mit Wurfspießen undPfeilen vertheidigten, die wegen der Bewegung derSchiffe nicht sicher trafen, und nur wenig ausrichte-ten. Der Steuermann Ariston hatte den Syrakuserndiesen Rath gegeben. Nicias hatte seine Schiffe mitBrücken versehen, und diese mit schwerbewaffnetenKriegern besezt. Er hoffte, die Tapferkeit seiner Trup-pen würde dann mit mehr Vortheil, und wie auf ebe-nem Lande sich zeigen können. Mit unbeschreib-licher Hartnäckigkeit wüthete der Kampf; Schiffe wur-den erobert und wieder verloren; sie waren aneinan-der durch die Enterhaken festgeklammert, und oft san-ken die Sieger mit den Besiegten zugleich in die Tiefe.Kein Befehl ward mehr gehört; das Krachen der an-einanderstoßenden Schiffe und das, Geschrei der Käm-pfer übertäubten den Ruf der Anführer. Die Athe-ner ſuchten ſich die Bahn zur Rükkehr in ihr Vaterlandzu brechen, die Syrakuſer trachteten einen ſtolzen Feindganz zu vernichten, der sie seit drei Jahren unaufhörlichgedrängt, und ſie manchmal an den Rand des Verder-bens gebracht hatte. Endlich unterlagen die Athenerden hochherzigen Vertheidigern des Vaterlandes, Siewurden auf den Strand gejagt, und in diesem unglük-lichen Treffen gieng ihre seit mehr als hundert Jahrenbehauptete Ueberlegenheit zur See auf immer verloren.Schrecken und nie empfundene Beſtürzung bemächtig-ten sich ihrer im höchsten Grade, sie vergaßen sogardie