250Geschichte der Griechenten sie alle ihre Schiffe, so gut es möglich war, be-mannen. Wenn sie alsdann den Sieg erhielten, woll-ten sie nach Catana segeln, im widrigen Falle aberalle ihre Schiffe in Brand stecken, und zu Lande nachder nächsten Stadt ihrer Bundesgenossen ihre Zufluchtnehmen.Als dieser Entschluß gefaßt war, besezte Ni-cias hundert und zehn Galeeren, (denn die übrigenhatten ihre Ruder verloren) mit seiner besten Mann-schaft, und stellte die übrigen Truppen, vornehmlichdie Bogenschützen, an der Küste in Schlachtordnung.Da die Athener sich sehr vor den Rennbäumen dersyrakusischen Galeeren fürchteten, so hatte Nicias seineSchiffe mit eisernen Haken versehen, womit sie sichanklammern konnten, theils um die Gewalt des Stoßeszu brechen, theils um gleich, wie in einem Landtreffen,handgemein zu werden. Allein als die Feinde diesesgewähr wurden, bezogen sie die Vordertheile und Ver-decke ihrer Galeeren mit Leder, damit diese Hakennicht so leicht fassen könnten. Auf beiden Seiten hat-ten die Anführer alle Beredsamkeit angewandt; ihrenLeuten Muth einzusprechen, und nie konnten ihnen stär-kere Beweggründe vorgestellt werden; als jezt; denndas Treffen, welches sie zu liefern im Begriffe waren,mußte nicht nur über ihr Leben und ihre Freiheit, son-dern auch über das Schiksal ihres Vaterlandes ent-scheiden.Das Gefecht war sehr hartnäckig und blutig: Alsdie Athener sich der Mündung des Hafens näherten,wurden sie mit dem ersten Anlaufe von den zur Ver-theidigung dahin gestellten Schiffen Meister; allein alssie die Ketten zu zerbrechen suchten, um den Durchgangzu erweitern, eilten die Feinde von allen Seiten her-bei. Da sich hier bis zweihundert Galeeren von bei-den
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