255Achtzehnter Abschnitt.die Syrakuser über den Tod des Eurymedon, undihre am vorigen Tage erfochtenen Vortheile, die Athe-ner aber, weil sie einen Theil der Feinde in denSumpf getrieben und die übrigen in die Flucht ge-schlagen hatten. Die Gefühle beider Gegner aberwaren nach diesem Vorfalle sehr verschieden: die Sy-rakuser, welche durch die Ankunft des Demosthenesund seiner Flotte in äusserste Bestürzung gerathenwaren, jezt aber in einem Seetreffen gesiegt hatten,schöpften frische Hoffnung, und hielten sich eines voll-kommenen Sieges über die Feinde gesichert; die Athe-ner hingegen, die jezt ihre einzige lezte Zuflucht ver-eitelt, und sich, wider alle ihre Erwartung, zur Seegeschlagen sahen, verloren gänzlich den Muth, undwaren auf nichts als ihren Rükzug bedacht.Um ihnen nun alle Mittel der Rettung abzu-schneiden, versperrten die Syrakuser die Mündungdes großen Hafens, die ungefähr fünfhundert Schritteweit war, mit queergestellten Galeeren, Booten undandern Fahrzeugen, die sie mit eisernen Ketten befe-stigten, und sezten sich sogleich in Bereitschaft zu ei-nem Seetreffen, im Falle die Athener kühn genugseyn sollten, noch eines zu wagen. Als die Athenersich solchergestalt eingesperrt sahen, versammelten sichdie Anführer, um sich über die jetzige Lage der Sa-chen zu berathschlagen. Es fehlte ihnen jezt, ganz anLebensmitteln; denn sie hatten, auf den gefaßten Ent-schluß ihrer Abfahrt, den Einwohnern von Catanaangekündigt, sie hätten keine weitere Zufuhr nöthig,und von andern Orten her konnten sie nichts erhal-ten, weil sie nicht Herren der See waren. Sie be-schlossen nun, ein neues Treffen zur See zu wagen.Das bisherige Lager ward verlassen, und ein Plazganz nahe an den Schiffen befestigt, um ihr Heerge-räthe und ihre Kranken aufzunehmen. Hier sollte ei-ne Besatzung bleiben; mit den übrigen Truppen woll-ten
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten