Achtzehnter Abschnitt.253nicht länger dem Vorschlag, ein Land zu verlassen,dessen ungerechten Angriff die Athener durch so vieleWiderwärtigkeiten und Schande theuer genug gebüßthatten. Nicias forderte blos, der Entschluß zur Rük-kehr sollte nicht bekannt werden. Man ertheilte dem-nach so geheim als möglich Befehl, daß das Heer sichzur Abfahrt bereiten sollte.Als Alles in Bereitschaft, und man eben im Be-griffe war, abzusegeln, (ohne daß der Feind das ge-ringste argwöhnte, weil er nichts weniger dachte, alsdaß die Athener Sizilien so bald verlassen würden)trat plözlich mitten in der Nacht eine totale Monds-finsterniß ein, welche den Nicias und das ganze Heerin Schrecken sezte; Unwissenheit und Aberglaube machteihnen eine so plözliche Veränderung furchtbar, derenUrsachen sie nicht einsahen, und von der sie schrek-liche Folgen erwarteten. Man fragte die Wahrsagerum Rath, die, gleich unbekannt mit den Ursachen die-ser Erscheinung, nur ihre Bestürzung vermehrten. Eswar damals gewöhnlich, nach einem solchen Ereignisseein Unternehmen nur drei Tage zu verschieben. DieWahrsager thaten aber jezt den Ausspruch, daß sie nichteher absegeln dürften, als nach Verlauf von dreimalneun Tagen, (dies sind des Thucydides Worte) wel-ches ohne Zweifel in der Meinung des Volks einegeheimnißvolle Zahl war. Nicias, der oft über-trieben bedenklich war, und eine blinde Verehrung ge-gen diese vorgeblichen Ausleger des göttlichen Willenshegte, erklärte, daß er einen ganzen Mondeswechselabwarten, und nicht eher als an dem nämlichen Tagedes nächsten Monats absegeln würde.Allein man ließ ihm so lange nicht Zeit. DieNachricht von der vorgehabten Abfahrt der Athenerverbreitete sich bald in der Stadt, und man faßte da-her
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten