246 . Geschichte der Griechen,durch einen in= und auswärtig sechs Ellen langen Wi-derhalt. Hierdurch hofften sie einen großen Vortheilüber die Schiffe der Athener zu erlangen, welche we-gen der Schwäche ihrer Vordertheile nie in einem ge-raden Anlaufe, sondern nur von der Seite einenFeind anzugreifen wagten; sie berechneten, daß, wenndas Treffen in dem Hafen vorgehen sollte, die Athenernicht Raum haben würden, sich auszubreiten, da hin-gegen die Syrakuser, weil sie den ganzen Umfang desHafens inne hätten, den Vortheil haben würden, sichwechselseitig zu unterstützen.Gylippus zog nun mit dem ganzen Fußvolke ausdem Lager, und rükte damit gegen die Mauer derAthener, wo dieselbe gegen die Stadt zulief, unter-deß die Reiterei und andere leichte Truppen sich der-selben von der andern Seite her näherten, und balddarauf liefen auch ihre Galeeren aus.Nicias war ganz dawider, ein zweites Treffen zuwagen. Er sagte, da er jeden Augenblik eine frischeFlotte und eine große Verstärkung unter dem Demost-henes erwarte, so würde es den größten Mangel anBeurtheilungskraft verrathen, wenn er mit einer sokleinen Anzahl Truppen, die bereits entkräftet wären,gegen die weit größere Menge der Feinde ohne Nothein Treffen wagen wollte. Menander und Eudemushingegen, welche kurz vorher bis zur Ankunft des De-mosthenes zu Gehülfen des Nicias bestellt waren,wünſchten, von Ehrgeiz und Eiferſucht auf jene bei-den Feldherrn getrieben, nichts mehr, als bald einegroße That zu vollführen. Der Vorwand, den siegebrauchten, war der Ruhm und das Ansehen derAthener, und ſie behaupteten mit ſo vieler Hitze, daßdiese gänzlich verloren seyn würden, wenn sie einTreffen, welches die Syrakuser ihnen anböten, scheueten.Nicias
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