Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
237
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Achtzehnter Abschnitt.237raum von fast vier deutschen Meilen umschlossen. Indem südlichen Hafen lag die Insel Ortygia, auf de-ren kleinen Raum gegenwärtig der ganze Umfang die-ser ehemals wichtigen Stadt beschränkt ist. Niciasmochte einsehen, wie gefährlich es war, mit seiner imVerhältniß gegen den Feind unbedeutenden Macht ei-nen Angriff auf die Stadt zu wagen, und vielleichtläßt sich auch hieraus sein Zaudern erklären, das aberendlich durch die laute Stimme seines Heeres, viel-leicht auch durch den Spott der Syrakuser überwo-gen wurde. Er beschloß, die Stadt unverzüglich an-zugreifen, aber er glaubte den Angriff in Gegenwarteiner zahlreichen Besatzung nicht mit Erfolg wagen zudürfen; es gebrach ihm an Reiterei, und er besorgte,daß bei der guten Verfassung, in die sich die Syra-kuser zu setzen Zeit gehabt hatten, ein Angriff zurSee mißlich sey, wenn er nicht das Augenmerk derFeinde auf einen andern Punkt zu wenden im Stan-de wäre.Er führte dieses durch eine Kriegslist aus. EinBürger aus Catana ward bestochen, als Ueberläuferzu den Syrakusern überzugehen und ihnen zu berich-ten, daß die Athener jede Nacht ohne ihre Waffen inder Stadt zubrächten, und daß sie dieselben, an ei-nem gewißen bestimmten Tag, früh Morgens überfal-len, sich ihres Lagers mit allen Waffen bemächtigen,ihre Flotte im Hafen in Brand stecken, und die ganzeArmee zu Grund richten könnten. Die Syrakuser, dievielleicht sich ihres Glückes gegen die Flotte von Kar-thago erinnern mogten, und jezt denselben Erfolg hoff-ten, glaubten ihm, und zogen mit ihrer ganzen Machtnach Catana; Nicias erhielt die erwünschte Nachricht;schnell schiffte er seine Truppen ein, segelte nach Syra-kus, landete den folgenden Morgen und verschanzte sichdicht vor der Stadt. Kaum hatten die Syrakuser wahr-ge-