Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
238
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238Geschichte der Griechen,genommen, daß Nicias von Catana abgesegelt sey, alssie sogleich umkehrten und sich ausserhalb der Mauern inSchlachtordnung stellten. Nicias zog ihnen aus seinenVerschanzungen entgegen, und es erfolgte ein sehr hiz-ziges Gefecht, in dem die Athener die Oberhand be-hielten, und den Feind zwangen, in die Stadt zurük-zufliehen, nachdem sie zweihundert und sechzig Mannniedergemacht, und selbst nur fünfzig Mann verlorenhatten. Indessen war die Jahreszeit zu kriegerischenUnternehmungen verflossen; die Athener schifften sichein und kehrten nach Catana und Naxos zurük, wosie den Winter über ruhig blieben.Im folgenden Jahre, nachdem Nicias eine Ver-stärkung von Reiterei, nebst Lebensmitteln und andernKriegsbedürfnissen von Athen erhalten, segelte er nachSyrakus, um es zur See und zu Lande zu belagern.Obschon die Schlacht im vorigen Sommer nicht sehrbedeutend war, so konnte doch ihr Verlust für Sy-rakus gefährlich werden, denn die nicht durch innereKraft selbstständigen Staaten folgen gewöhnlich demGlücke des Siegers, unbekümmert um die Folgen.Athen, das jezt die höchste Stufe seiner Macht erreichtzu haben wähnte, und in der That in Hinsicht aufgeistige Bildung den ersten Rang unter allen Völkernerrungen hatte, sezte alle Triebfedern in Bewegung, umseinen Lieblingsplan auszuführen, und sich zur Gebiete-rin der Nationen zu erheben, unter denen es in Kün-sten und Wissenschaften als hohes Vorbild glänzte. Abernicht immer ist dem Geiste die Macht gegeben, überdie physische Kraft zu herrschen; gewöhnlich entspringtaus dem Bewußtseyn geistigen Uebergewichts jener Stolz,der die Völker und ihre Lenker blendet, und sie insVerderben reißt. Mächtige Staaten unterliegen oftmitten auf der Bahn ihrer Eroberungen dem Zufall,kleine Staaten sind gewöhnlich ohne Rettung verlo-ren,