232Geschichte der Griechen,dessen berühmte Tapferkeit und Klugheit ihn vor allenseinen Mitbürgern zu dem Oberbefehl über das zu die-sem Kriege bestimmte Heer empfahl, lehnte diese ge-fährliche Ehre vergeblich ab; seine beredten Vorstellun-gen über den großen Umfang der Rüstung gegen ei-nen so mächtigen Staat, wie damals Syrakus war,wurden dem Volke, das sich schon im Besiz der rei-chen Insel Sizilien wähnte, ein neuer Reiz zu ausser-ordentlicher Anstrengung. Es wurden fünftausendschwerbewaffnete Krieger und eine noch größere An-zahl von leichtem Fußvolke von den Athenern und ih-ren Bundesgenossen gestellt, aber nur dreisig Reiter,eine unverhältnißmäßig kleine Anzahl, wurden bewaff-net, ein Mangel, der bei den Ereignissen des Kriegessehr fühlbar ward; eine vollständig bemannte, und miteiner vorher nie gesehenen Pracht geschmükte Flottevon hundert und dreisig Kriegsschiffen, nebst einerunzaͤhligen Menge von kleinern Fahrzeugen, mit Kriegs-bedürfnissen und Lebensmitteln beladen, segelte ausdem Piraeus, begleitet von den Segenswünschen unddem Jubelrufe des Volkes. Der Oberbefehl überHeer und Flotte war dem tugendhaften und vorsichti-gen Nicias, dem tapfern Lamachus und dem feurigenAlcibiades, der Seele der ganzen Unternehmung, an-vertraut. Sie steuerten um den Peloponnes nachCorcyra, und fuhren im Angesichte des Landes biszu der Gegend, wo die See zwischen den Küsten vonItalien und Griechenland die geringste Breite hat.Die Schiffahrt war in den damaligen Zeiten nochnicht so vollkommen, daß man das Land aus demGesicht zu verlieren wagte. Man steuerte des Tagesder Küste entlang, und gieng des Abends vor Anker;die leichte Bauart der Schiffe gestattete, daß manbei stürmischer Witterung sie auf das Land ziehen,und in Sicherheit eine ruhige See erwarten konnte.Zu Corcyra, wo das Heer gemustert wurde, stießendie
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